Schadstoffbelastung

Recycelbare Bambusbecher können gesundheitsschädlich sein

Wer als Alternative zu Einweg-Pappbechern Mehrweg-Becher aus Bambus verwendet, tut vielleicht der Umwelt etwas Gutes, aber nicht sich selbst. Denn es können Schadstoffe austreten und mit den Lebensmitteln verzehrt werden.

Mittwoch, 22.05.2019, 12:53 Uhr, Autor: Kristina Presser
Bambus Becher

Hält zwar warm, tut aber sonst nicht allzu gut: recycelbare Bambus-Becher können unter Umständen gesundheitsschädigend sein. (Foto: © Fotolia/okolaa)

Recycelbare Mehrwegbecher aus Bambus können Schadstoffe ausdünsten. Das teilte nun die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern mit. Denn das Geschirr bestehe, anders als oft behauptet wird, nicht vollständig aus Bambus. Meist werde der Kunststoff Melaminharz als Bindemittel zugefügt. Werden heiße Getränke in den Becher gefüllt, können seine Bestandteile Melamin und Formaldehyd auf die Flüssigkeit übergehen. Nötig sind dafür Temperaturen von mehr als 70 Grad.

Wichtig: Kennzeichnungen beachten
Werden diese Stoffe in größeren Mengen und langfristig aufgenommen, seien sie gesundheitsschädlich, wie Verbraucherschützer mitteilen. Dies passiert auch dann, wenn kalte Getränke im Bambusbecher in der Mikrowelle wieder aufgewärmt oder erst im Becher aufgebrüht werden. Bessere Alternativen seien Mehrwegbecher aus Edelstahl, Porzellan und auch Polypropylen (PP). Daher sind die Kennzeichnungen auf den Bambus-Bechern wichtig: Steht weder auf dem Becher noch auf seiner Verpackung, aus welchem Material er besteht, kann man sich am Recyclingcode orientieren. Es ist ein dreieckiges Pfeil-Piktogramm mit einer Zahl in der Mitte – 05 steht für Polypropylen und 07 für sonstige Stoffe, was Melamin einschließen kann. Darüber hinaus gibt es einige Kennzeichen auf dem Becher oder der Verpackung, die zeigen, wofür der Mehrwegbecher taugt: Ob er überhaupt für den Kontakt mit Lebensmitteln sowie für Mikrowellen geeignet oder spülmaschinenfest ist.

Der Umwelt zu Liebe: 20 Cent pro Einwegbecher
Gerade erst wurde die neue Studie des Umweltbundesamtes an Bundesumweltministerin Svenja Schulze übergeben – HOGAPAGE berichtete. Darin wird die hohe Umweltbelastung durch Coffee-to-go-Einwegbecher deutlich: Jährlich werden in Deutschland 2,8 Milliarden Einwegbechern für Heiß- und 3 Milliarden für Kaltgetränke im Außer-Haus-Konsum verbraucht. Ein Problem ist, dass die Pappbecher sind innen mit einer dünnen Plastik-Beschichtung überzogen und daher nicht oder nur schwer recycelbar. Die Deutsche Umwelthilfe fordert daher Abgaben von mindestens 20 Cent auf Einwegbecher, 10 Cent auf Einwegdeckel und die Einführung eines verpflichtenden Reduktionsziels von 70 Prozent bis 2022. (dpa/tmn/ots/KP)

 

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