Verbrauchermeinung

Neue Gastronomie-Umfrage zeigt: Gäste erwarten selten niedrigere Preise

Kellnerin in einem Cafe
Gastronomie ist mehr als Essen – und genau deshalb sind Gäste bereit zu helfen. (Foto: © VistaPrint/ Presseportal)
Neue Daten geben Einblick in Einstellungen rund um Preise und Besuche. Viele zeigen sich solidarisch mit Cafés und Restaurants. Gleichzeitig wird die wirtschaftliche Lage der Branche von vielen realistisch eingeschätzt.
Montag, 30.03.2026, 10:11 Uhr, Autor: Sarah Hoffmann

Trotz wirtschaftlicher Belastungen kann die Gastronomie in Deutschland auf Rückhalt zählen. Das zeigen zwei repräsentative Civey-Umfragen im Auftrag der Online-Druckerei VistaPrint unter 2.000 Verbrauchern sowie 201 Inhabern kleiner Gastronomiebetriebe. Demnach unterschätzen viele Betriebe die Loyalität ihrer Gäste – insbesondere beim Thema Preisgestaltung.

Wahrnehmungslücke bei Preisen

Seit dem 1. Januar 2026 gilt für Speisen in der Gastronomie der ermäßigte Umsatzsteuersatz von sieben Prozent. Viele Betriebe gehen davon aus, dass Gäste deshalb niedrigere Preise erwarten: 65,2 % der Gastronomen teilen diese Einschätzung.

Entsprechend haben 55,2 % der Befragten ihre Preise komplett oder teilweise gesenkt oder planen eine Reduzierung. Gleichzeitig geben 43,3 % an, keine Preissenkungen vorgenommen zu haben und dies auch nicht zu planen.

Auf Seiten der Gäste zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Nur 34,9 % erwarten niedrigere Preise, während 48,6 % dies ausdrücklich nicht tun. Zudem haben 42,4 % Verständnis dafür, wenn Preise trotz Steuersenkung stabil bleiben.

Verständnis für wirtschaftliche Lage

Ein Großteil der Gäste ist sich der Herausforderungen bewusst: 85,6 % wissen, dass Gastronomiebetriebe erheblichen wirtschaftlichen Belastungen ausgesetzt sind. Als größte Probleme nennen die Betriebe:

  • gestiegene Energiekosten (59,7 %),
  • höhere Einkaufspreise (58,7 %),
  • Personalmangel (49,2 %) und
  • sinkende Gästezahlen (42,8 %).

Die Situation führt zu weitreichenden Überlegungen: 71,1 % der Gastronomen haben in den vergangenen zwölf Monaten grundlegende Veränderungen erwogen, 18,4 % sogar eine Schließung oder einen Verkauf.

„Gäste schauen sehr bewusst auf Preise und achten zugleich auf Qualität. Viele wissen, dass Einkauf, Energie und Personal nicht günstiger geworden sind. Wer ein Lieblingslokal hat, erwartet deshalb nicht zwingend Preissenkungen, sondern dass Handwerk und Handschrift erhalten bleiben. Diese Rückendeckung ist gerade in harten Zeiten ein starkes Signal für die Betriebe“, sagt Köchin Cornelia Poletto.

Mehr als nur ein Ort zum Essen

Für viele Menschen hat Gastronomie einen hohen Stellenwert. Kleine Cafés und Restaurants stehen laut Umfrage für:

  • Genuss (77,9 %),
  • Begegnung (57,0 %),
  • Geselligkeit (53,7 %) und
  • kulturellen Austausch (43,5 %).

Entsprechend hoch ist die Bereitschaft zur Unterstützung: 54,2 % würden ihr Lieblingslokal weiterempfehlen, 51,0 % häufiger besuchen und 41,7 % eine positive Online-Bewertung hinterlassen oder anderweitig helfen.

„Hier zeigt sich viel Zusammenhalt: Gäste und Betriebe stehen nicht in zwei Lagern. Viele Menschen sind bereit, aktiv zu werden, um ihr Lieblingslokal zu erhalten. Aber damit diese Unterstützung ankommt, braucht es vor allem eines: den Mut, offen zu kommunizieren, wenn es eng wird – und die eigenen Stammgäste als Partner zu verstehen. Zeitgleich aber auch den Rückhalt einer starken Interessenvertretung zu nutzen“, sagt Simon Wieck, Landesgeschäftsführer Dehoga Hamburg.

Sichtbarkeit bleibt oft ungenutzt

Trotz dieser Unterstützung setzen nur 20,4 % der Betriebe die steuerliche Entlastung für Marketing ein. Der Großteil verwendet die Mittel für:

  • laufende Kosten (53,2 %),
  • Personal (43,3 %) und
  • Instandhaltung (35,3 %).

Damit bleibt ein wichtiger Hebel ungenutzt: fehlende Sichtbarkeit kann verhindern, dass Gäste ihre Unterstützung aktiv einbringen.

Initiative für kleine Betriebe

An diesem Punkt setzt die Initiative „Lokalhelden gesucht: große Unterstützung für kleine Unternehmen“ an, die VistaPrint gemeinsam mit Cornelia Poletto erneut durchführt. Kleine Gastronomiebetriebe mit bis zu 50 Mitarbeitern können sich vom 16. März bis zum 12. April 2026 bewerben.

Der Gewinner erhält 20.000 € Preisgeld, fünf Finalisten bekommen jeweils 1.000 € Guthaben für Marketingmaterialien.

„Unsere Umfrage macht sichtbar, was wir bei VistaPrint täglich erleben: Kleine Gastronomiebetriebe leisten Außerordentliches – aber sie brauchen Unterstützung dabei, ihr Wirken nach außen zu tragen. Mit ‚Lokalhelden gesucht‘ ermöglichen wir ihnen genau das: Wir geben ihnen eine Bühne, Aufmerksamkeit und Mittel, um Sichtbarkeit in konkretes Wachstum zu verwandeln. Denn wenn Gäste wissen, wofür ein Lokal steht, kommen sie wieder – und bringen teilweise sogar neue Besucherinnen und Besucher mit“, sagt Daniel Engelhardt, Senior Country Marketing Manager bei VistaPrint.

Die fünf Finalisten werden von Cornelia Poletto und VistaPrint ausgewählt, anschließend entscheidet die Öffentlichkeit per Online-Voting über den Gewinner.

(Presseportal/ SAHO)

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