Geplanter Verkauf

Lufthansa will Catering-Tochter abstoßen

Weil sich nach Meinung von Lufthansa nicht mehr genug Geld mit Bordverpflegung verdienen lässt, will sich der Airline-Konzern von seinem Tochterunternehmen LSG Sky Chefs trennen. Verdi hat bereits reagiert.

Montag, 20.05.2019, 15:06 Uhr, Autor: Kristina Presser
Lufthansa Flugzeug am Flughafen

Lufthansa will seine margenschwache Catering-Tochter LSG Sky Chefs verkaufen. (Foto: © dpa – Report/Lufthansa)

Lufthansa will sich in einen reinen Airline-Konzern wandeln und die margenschwache Catering-Tochter LSG Sky Chefs abstoßen. Die Sparte mit weltweit rund 35 000 Mitarbeitern steht bereits offiziell zum Verkauf. Als Grund wurde genannt, dass der Billigtrend beim Fliegen die Bordverpflegung zumindest auf Kurzstrecken fast obsolet gemacht hätte. Die Gewerkschaft Verdi lehnt den geplanten Verkauf der Lufthansa-Cateringsparte ab. Obwohl bei einem Verkauf als Ganzes zunächst alle Verträge weiter gelten würden, fürchtet die Gewerkschaft einen Austritt aus dem von Lufthansa dominierten Arbeitgeberverband und mögliche Subunternehmensmodelle, mit denen neue Eigner an den Start gehen könnten.

„Wirtschaftlich fragwürdig und sozial verantwortungslos“
Die LSG beschere dem Konzern Stabilität und Millionengewinne, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle vor kurzem in Berlin. „Dieses Unternehmen zu verkaufen und die Arbeitsplätze zu gefährden, ist wirtschaftlich fragwürdig und sozial verantwortungslos.“ Das Unternehmen müsse mit allen Arbeitsplätzen und Sozialstandards in der Lufthansa-Familie bleiben. Christine Behle kündigte Widerstand an, wenn die Verkaufspläne weiterverfolgt werden sollten. Die Beschäftigten seien verunsichert und fühlten sich getäuscht.

Unverständlich ist der geplante Verkauf für viele in der Großküche am Frankfurter Flughafen und anderswo auch deshalb, da die LSG Group trotz aufwendiger Sanierung mit 115 Millionen Euro im vergangenen Jahr eines der besten operativen Ergebnisse seiner Geschichte an den Mutterkonzern abgeliefert hat. Trotzdem gibt es aus Sicht des Lufthansa-Vorstands bei der Bordverpflegung nicht mehr viel zu verdienen. Denn im Vergleich zu den Airlines sei dort die Gewinnmarge schwach.

Zumindest das Europa-Geschäft soll daher an einen strategischen Investor gehen, der das Handwerk verstehe, heißt es in Konzernkreisen. Laut Lufthansa gibt es bereits mehrere Interessenten aus der Branche: Neben den europäischen Konkurrenten Do&Co und Gate Gourmet soll sich auch Dnata aus Dubai für die LSG-Küchen interessieren. (dpa/KP)

 

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