Kooperation

Lebensmittellieferdienst kooperiert mit Alnatura

Mit der Corona-Pandemie wurden Express-Lieferdienste wie Flink, Getir und Gorillas populär. Mit dem Abklingen der Pandemie müssen die Anbieter mit zusätzlichen Argumenten überzeugen. Das Berliner Start-up Gorillas setzt dabei auf Öko- und Bio-Produkte eines Darmstädter Unternehmens.

Freitag, 03.06.2022, 12:30 Uhr, Autor: Sarah Kleinen
Lieferdienst übergibt Lieferung an der Tür

Der Lebensmittellieferdienst Gorillas und der Bio-Einzelhändler Alnatura haben eine strategische Partnerschaft für den deutschen Markt vereinbart. (Foto: © miguel/stock.adobe.com)

Der Lebensmittellieferdienst Gorillas und der Darmstädter Bio-Einzelhändler Alnatura haben für den deutschen Markt eine strategische Partnerschaft vereinbart. Das Berliner Start-up wird demnach vom 10. Juni an mehr als 250 Alnatura-Produkte in sein Sortiment aufnehmen. Die Zusammenarbeit war zuvor in einem Pilotversuch in Nordrhein-Westfalen erprobt worden.

Mit der Erhöhung des Segments der biologisch erzeugten Produkte auf einen Anteil von mehr als 15 Prozent des Gesamtsortiments komme man einem häufig geäußerten Wunsch der Kundschaft nach, sagte Gorillas-CEO Kagan Sümer. 56 Prozent der Bestellungen enthielten bereits heute Bio-Produkte. „Uns geht es nicht darum, ein Greenwashing zu betreiben und nur wegen des besseren Images mehr Öko-Produkte ins Sortiment aufzunehmen. Das ist uns eine Herzensangelegenheit.“ Kagan Sümer räumte ein, dass die Kunden wegen der allgemeinen Inflation sehr preissensibel seien. „Bio heißt aber auch nicht automatisch teuer.“

Umstrittenes Unternehmen

Das Berliner Start-up Gorillas ist nicht unumstritten. Zum einen befürchten traditionelle Einzelhändler, dass Unternehmen wie Gorillas ihnen mit großen Finanzspritzen aus der Investorenszene das Wasser abgraben. Zum anderen kritisieren Gewerkschaften die Arbeitsbedingungen für die Gorillas-Fahrer. Kagan Sümer sagte, es gebe hier einen klaren Widerspruch zwischen Realität und öffentlicher Wahrnehmung. 90 Prozent der Gorillas-Fahrer würden ihren Job auch Freunden und Familienmitgliedern empfehlen. „Das zeigt, dass wir vieles richtig machen.“

Gorillas sei auch in der Branche der Vorreiter damit gewesen, den Fahrern ein festes Beschäftigungsverhältnis anzubieten, sagte Kagan Sümer. Außerdem habe Gorillas einen Betriebsrat und biete den Mitarbeitern Aufstiegschancen. Nach seinen Angaben haben sich bereits rund 450 der Gorillas-Fahrer in höher qualifizierte Positionen weiterentwickelt.

Insgesamt beschäftigt das Unternehmen derzeit weltweit rund 14 000 Mitarbeiter als Fahrer und in den Warenlagern.

Umsatzanstieg bei Alnatura

Die Bio-Einzelhandelskette Alnatura konnte ihren Umsatz in der Corona-Pandemie ebenfalls steigern. Das Unternehmen betreibt inzwischen 144 Läden mit Schwerpunkten in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin und Hessen. Unter der Marke Alnatura werden nach Angaben des Unternehmens mehr als 1300 verschiedene Bio-Lebensmittel produziert, die nun teilweise auch über Gorillas vermarktet werden.

(dpa/SAKL)

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