KFC und Krispy Kebab beenden ihren Streit
Aus einer öffentlich geführten Auseinandersetzung ist nun endlich eine gemeinsame Lösung geworden: KFC Deutschland und Krispy Kebab haben ihren Streit beigelegt und eine Einigung gefunden.
Wie die Firmen mitteilten, bleibt die Dönervariante Krispy Kebab bei KFC im Sortiment. Die Dönerkette Krispy Kebab darf aber mit Zusatzgeschäft
rechnen: In den Bielefelder KFC-Standorten bekommen Kunden beim Kauf eines Döners einen Gutschein, den sie bei Krispy-Kebab-Standorten gegen einen weiteren Kebab einlösen können. Dadurch dürften einige KFC-Kunden erstmals in den Dönerbuden sein – und nach ihrem ersten dortigen Döner vielleicht auch wiederkommen.
Die Aktion ist auf 500 Gutscheine begrenzt, die KFC bei Krispy Kebab einkauft. Damit bekommt Krispy-Kebab-Geschäftsführer Sergen Kolcu wohl knapp 5.000 Euro. Ob Kentucky Fried Chicken andere Kosten übernimmt oder einen sonstigen finanziellen Ausgleich zahlt, wurde nicht mitgeteilt.
Der Anwalt des Bielefelder Dönerunternehmens, Markus Brock von der Kanzlei SKW Schwarz, sagte, bei den Gutscheinen handele es sich nur um einen Teil eines Gesamtpakets. Zu weiteren Inhalten des Pakets wollte er sich nicht äußern. „Die Verhandlungen standen auf Messers Schneide, aber nach hartem Ringen haben wir doch noch eine Lösung gefunden“, sagte Brock.
Die Gutscheinaktion stehe laut Unternehmen für einen konstruktiven Umgang mit der Situation, die sich zuletzt über Social Media zugespitzt hatte und nun im Dialog einen versöhnlichen Ausgang gefunden hat.
Ein Streit um Markenrechte
In dem Streit ging es um Markenrechte. KFC hatte im April angefangen, in Deutschland eine Dönervariante namens Krispy Kebab zu verkaufen. Allerdings hatte sich die gleichnamige Bielefelder Dönerkette den Namen bereits markenrechtlich schützen lassen, was KFC nach eigenen Angaben nicht wusste.
Krispy Kebab betreibt 17 Standorte unter anderem in Bielefeld, Hannover, Essen, Emden und Wesel. KFC verfügt weltweit über rund 32.000 Restaurants.
Krispy-Kebab-Geschäftsführer Sergen Kolcu hatte befürchtet, dass Kunden den Eindruck gewinnen könnten, das sein Dönerprodukt künftig auch bei KFC erhältlich sei. Dadurch sah er mögliche Umsatzeinbußen für sein Unternehmen.
KFC hatte zunächst den Standpunkt vertreten, dass der Produktname in vielen europäischen Märkten verwendet werde. Man wolle keinen „Beef“, vielmehr liege der Fokus doch auf Chicken. Das englische Wort Beef heißt Rindfleisch, außerdem bedeutet es umgangssprachlich „Streit“.
Zwischenzeitlich hatte KFC sogar angekündigt, das Gericht möglicherweise komplett aus dem Sortiment zu nehmen.
Schauspieler mischt als Mediator mit
Vermittelt hatte die Einigung der deutsch-libanesische Schauspieler Kida Khodr Ramadan, der in der Serie „4 Blocks“ einen Clanchef spielt. Ramadan hatte in der vergangenen Woche auf Instagram seine Hilfe angeboten: „Frieden, Peace, kommt nach Berlin und wir setzen uns an einen Tisch und klären das.“ Nach diesem Angebot, hatten sich alle Parteien für ein klärendes Gespräch in Berlin getroffen.
„Wir freuen uns, dass wir im Verlauf der letzten Tage eine Einigung erzielt haben. Das wollten wir aber nicht einfach nüchtern verkünden. Stattdessen haben wir uns mit Kida jemanden an unsere Seite geholt, der sich mit Beef auskennt – und mit gutem Storytelling“, erklärt Philipp Wachholz, Chief Marketing Officer von KFC Deutschland. „Das Ergebnis: ein Clip, der Spaß macht. Dazu eine Botschaft, die KFC und Krispy Kebab vereint: Die Gastro-Familie hält zusammen!“
Der Chief Marketing Officer von KFC Deutschland ergänzt: „Davon abgesehen muss man auch betonen, Sergen Kolcu und sein Bruder sind großartige Gastronomen und erfolgreiche Unternehmer. Erfolgsgeschichten wie diese sind gerade in diesen herausfordernden Zeiten wichtig.“
Streithähne dokumentieren Versöhnung mit Social Media Clip
Das Treffen zwischen Kida Khodr Ramadan, Sergen Kolcu und Philipp Wachholz wurde in einem Clip für Social Media festgehalten. Dieser beleuchtet die Einigung mit einem großen Augenzwinkern auf allen Seiten. Das Video wird auf den Social-Media-Kanälen von KFC Deutschland und Krispy Kebab veröffentlicht.
„Am Anfang war echt dicke Luft, keine Frage“, erklärt Sergen Kolcu, Geschäftsführer von Krispy Kebab. „Es ging um uns, um unseren Laden, um unseren Namen.“ Die Idee, Kida Khodr Ramadan als Streitschlichter zu involvieren, um der Auseinandersetzung ein Ende zu setzen, fanden er und sein Team aber „mega“. „KFC hatte genauso Lust drauf, sich zu dritt an einen Tisch zu setzen und zu reden. Genau das haben wir gemacht – und jetzt ist alles cool. So sollte Gastro funktionieren.“
Der 29-jährige Kolcu hatte die Firma Krispy Kebab 2017 gegründet. Das Unternehmen ist auf Expansionskurs. Bis zum Sommer sollen zwei weitere Standorte hinzukommen. KFC wiederum gehört zum US-amerikanischen Gastro-Konzern Yum! aus Louisville im Bundesstaat Kentucky. Die verschiedenen Marken von Yum!, zu denen neben KFC auch Pizza Hut und Taco Bell gehören, betreiben 55.000 Restaurants, davon circa 32.000 von KFC.
(KFC Deutschland/dpa/SAKL)