Umsatzbringer

Großgastronom Ikea: Mit Kötbullar und Co. rollt der Rubel

Ikeas Umsatz ist schon lange nicht mehr nur von Billy-Regalen, Malm-Kommoden und Pax-Kleiderschränken getrieben. Die saftigen Fleischbällchen und die knackigen Hotdogs sorgen auch gastronomisch für dicke schwarze Zahlen. Wer gerne bei Ikea isst, der kauft „auch schnell mal was“…

Dienstag, 28.03.2017, 10:23 Uhr, Autor: Felix Lauther
IKEA Geschäft von außen

© Ikea-Restaurants machen richtig Kasse. Der Umsatz steigt. (© pixabay.com)

Hunger haben die Besucher des schwedischen Möbelhauses nicht mehr nur auf schicke neue Möbel und Haushaltswaren. Umsatzbringer sind längst auch Lachs, Fleischbällchen und Mandeltörtchen geworden. Und weil das Essen auch glücklich machen kann, ist der Weg entlang der psychologisch fein justierten Möbelkojen gar nicht mehr so abwegig. Wer zufrieden ist, der ist auch spendabler. Da liegt es nahe, nach dem leckeren Mittagsmenü im Ikea-Restaurant noch nach einem neuen Nachtkästchen oder trendigen Lampenschirm zu schauen.

Ikeas Rechnung mit den Dauertiefpreisen geht auch im gastronomischen Angebot der weltgrößten und umsatzstärksten Möbelhauskette auf. Auch wenn die Preiskalkulation von 3,95 Euro für einen Lachs-Burger und einen Euro für einen Hotdog inkl. Belag extrem scharf auf Kante genäht sind, brummt die Kasse „des Schweden“. Dahinter steckt ein knallhartes Kalkül: denn statistisch gesehen, drückt jeder zweite Möbelkäufer bei Ikea mindestens einen Euro für das Verpflegungsangebot zwischen Billy-Regal und Gardinen-Stangen an den Möbelriesen ab. Praktische Synergieeffekte, die sich unterm Strich rechnen.

Verkauf von Ikea-Lebensmitteln am stärksten gestiegen
„Die Restaurants spielen in den Ikea-Einrichtungshäusern schon seit den 70er-Jahren eine wichtige Rolle, da sie mit dazu beitragen, dass die Kunden sich beim Einkaufen wohlfühlen“, sagt Stavroula Ekoutsidou, Managerin von Ikea Food Deutschland gegenüber der Berliner Morgenpost. 2016 machten die Ikea-Restaurants 221,1 Millionen Euro Umsatz. Der Gesamtumsatz in Deutschland beträgt nach Angaben des Konzerns 4,754 Milliarden Euro. Unter allen Gastronomie-Ketten in Deutschland belegt der schwedische Konzern mittlerweile den achten Platz. Ikea verkauft natürlich auch Säfte, Kekse und Fisch hinter dem Kassengeschäft. Dieser Geschäftsbereich legte sogar um 8,3 Prozent, während der Gesamtumsatz „nur“ um 7,1 Prozent stieg, wie die Berliner Morgenpost weiter berichtet.

Mit den Preisen alleine locken die Gastro-Sparte des Möbelhauses jedoch keine Gäste mehr hinter dem Ofen vor. „Seit zwei Jahren haben wir auch verstärkt Gerichte und Lebensmittel im Sortiment, die gesünder und kalorienärmer sind und auf verantwortliche Weise mit Rücksicht auf Mensch und Umwelt und unter hohen Tierschutzstandards produziert wurden“, sagt Managerin Stavroula Ekoutsidou weiter. Dazu zählen Fisch aus zertifiziert nachhaltigem Fang, Kaffee mit UTZ- und Bio-Siegel sowie Milch aus ökologischer Viehwirtschaft. Die neuen Stars sind jedoch die vegetarischen Gemüsebällchen, die auch Veggie-Fans den Geschmack auf Ikea-Speisen schmackhaft machen sollen.

Warum ist das Frühstück im Ikea-Restaurant so billig?
Die Schnäppchen im Gastro-Bereich seien wegen der großen Einkaufsmengen möglich, sagt Ekoutsidou – typisch für die Systemgastronomie, die auf ein klares, übersichtliches Konzept setzt, zentral gesteuert wird und standardisierte Produkte für alle Standorte – ob Berlin, Paris oder Shanghai – anbietet. Zu den Mengen und der Preiskalkulation will sich Ikea jedoch nicht äußern, wie die Berliner Morgenpost weiter schreibt.

Zu Mengen und Preiskalkulation äußert sich Ikea nicht, auch nicht dazu, wie viel Gewinn die Restaurants oder Ikea Foods machen. Bei einem Euro pro Hotdog mit eingelegten Gurken, Soßen und Röstzwiebeln kann er nicht hoch sein. Doch auch hier gilt: Die Menge macht’s. (Berliner Morgenpost / FL)

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