Austausch

GreenSign Circle bringt Inklusion in der Gastronomie voran

Teilnehmer des GreenSign Inklusions Circle vor dem Café Coffee, Brownies & Downies in Oberursel
Rund 30 Teilnehmer tauschten sich beim ersten GreenSign Inklusions Circle in Oberursel über konkrete Wege zur Umsetzung von Inklusion in Gastronomie und Hotellerie aus. (Foto: © GreenSign)
In Oberursel diskutierten Branchenvertreter konkrete Ansätze für mehr Teilhabe im Betrieb. Praxisbeispiele zeigten Chancen, Herausforderungen und politische Forderungen.
Mittwoch, 22.04.2026, 10:51 Uhr, Autor: Sarah Hoffmann

Beim ersten GreenSign Inklusions Circle im Coffee, Brownies & Downies in Oberursel kamen rund 30 Teilnehmer zusammen, um sich offen über Chancen, Herausforderungen und konkrete Wege der Inklusion in der Praxis auszutauschen. Nach der Begrüßung durch Victoria Knauer-Hansen und Max C. Luscher setzte Victoria Knauer-Hansen (Sustainability & Inklusion Leader beim GreenSign Institut GmbH) mit ihrem Vortrag „Inklusion betrifft und braucht uns. Alle.“ einen klaren Impuls.

Schnell wurde deutlich, worum es im Kern geht: „Barrieren können wir nur durchbrechen, wenn wir einander begegnen.“ Gleichzeitig machte sie darauf aufmerksam, dass die Wirkung von Inklusion nach innen oft massiv unterschätzt wird.

Einblicke aus der Praxis

Einen eindrucksvollen Einblick in die gelebte Praxis gab Christian Helferich, Direktor im Hotel Anne-Sophie in Künzelsau. In einem Betrieb, in dem Inklusion seit Jahren selbstverständlich ist, zeigte er, wie stark echte Begegnung den Alltag für Mitarbeiter ebenso wie für Gäste prägt. Sein Wunsch bringt es auf den Punkt: „Mein Wunsch ist, dass wir Formate wie diese in Zukunft gar nicht mehr brauchen.“

Auch Max C. Luscher, geschäftsführender Gesellschafter von Coffee, Brownies & Downies – Hessens erstem privatwirtschaftlichen Inklusionsunternehmen in der Gastronomie – zeigte, wie Inklusion im operativen Alltag funktionieren kann. Dabei wurde klar: Es geht um klare Prozesse, wirtschaftliche Tragfähigkeit und ein Mindset, das Menschen etwas zutraut.

Politische Forderungen und Hürden

Gleichzeitig wurde deutlich, wo die größten Hürden liegen. Max C. Luscher formulierte dazu konkrete Forderungen: „Wir brauchen einheitliche Förderprogramme in allen Bundesländern. Wir brauchen einen Fördermanager, der alle Leistungen und Themen bündeln kann. Bürokratie muss abgebaut werden. Digitale Portale würden helfen. Zudem sind die einzelnen Programme viel zu komplex und unübersichtlich, gerade für kleinere Unternehmen und privatwirtschaftliche Betriebe. Förderzusagen müssen schneller erteilt werden.“

Ergänzt wurde die Runde durch Thomas Fiehler, Geschäftsführer der GIA Taunus gGmbH, sowie durch Ralf Geßner vom LWV Hessen Integrationsamt, der die Fördermöglichkeiten für Arbeitgeber verständlich einordnete.

Mehrwert für Betriebe

Im gemeinsamen Austausch wurde intensiv über Förderstrukturen, den besonderen Kündigungsschutz, konkrete Beschäftigungsmöglichkeiten sowie die Rolle von Führung gesprochen. Ein Punkt wurde dabei besonders deutlich: Inklusion bedeutet keinen Qualitätsverlust. Im Gegenteil. Sie stärkt Teams, verändert die Zusammenarbeit und schafft einen echten Mehrwert.

„Von Call to Action zu Action – Praxisbeispiele Inklusion“. Unter diesem Motto stand die Veranstaltung. Es ging um konkrete Wege und den Mut, ins Tun zu kommen. Der nächste Schritt liegt jetzt bei jedem Einzelnen. Nicht bei der perfekten Lösung, sondern bei der Entscheidung, anzufangen. Die Frage ist nicht, ob Inklusion funktioniert, sondern ob wir sie möglich machen.

(GreenSign/ SAHO)

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