Gästeunsitte

Gebühren für No Shows in Frankfurts Gastronomie

Der Tisch ist reserviert, der Gast erscheint aber nicht, sagt auch nicht ab. Immer öfter haben Gastronomen mit No Shows zu kämpfen. Auf Dauer ein finanzieller Kraftakt. Jetzt ziehen einige von ihnen in Frankfurt Konsequenzen.

Mittwoch, 23.10.2019, 13:25 Uhr, Autor: Kristina Presser
Tisch mit Besteck

Leere Tische trotz Reservierung: In Frankfurt verlangen Gastronomen nun Gebühren, wenn Gäste trotz Anmeldung nicht erscheinen. (Foto: © Brian Jackson)

Sie hatten es bereits Anfang des Jahres angekündigt, jetzt folgt die Umsetzung: Die Initiative Gastronomie Frankfurt (IGF) will, laut Medienberichten, künftig (Nicht)Gäste für nicht wahrgenommene Reservierungen zur Kasse bitten. Der Grund: Für den Gastronom sind Reservierungen, die nicht eingehalten bzw. in letzter Minute abgesagt werden, auf Dauer ein finanzielles Problem. Und dieses Gästeverhalten, sogenannte No Shows, nimmt zu. Der Frankfurter Rundschau sagte IGF-Vorstandsvorsitzende Madjid Djamegari: „Mit der Einführung der No-Show-Rate möchten wir die Gäste nicht vergraulen oder bestrafen, sondern lediglich ein besseres Bewusstsein für die Problematik schaffen.“

Vor allem in der Bankenmetropole habe sich inzwischen eine „Frankfurter Unsitte“ im Geschäftsleben ausgebreitet, wie Gastronom Thomas Klüber, Besitzer der Restaurants Walden und Oosten, erzählt: Häufig würde das Vorstandspersonal gleichzeitig Tische in mehreren Restaurants reservieren, um den Chefs für die kurzfristige Entscheidung eine Auswahl zu bieten.

Notwendige Maßnahme

Wie viel Gastronomen für das nicht abgesagte Ausbleiben der Gäste verlangen, bleibt jedem selbst überlassen. Beträge zwischen 20 und 80 Euro sind in Frankfurt bekannt, wobei es nicht um die Höhe der Summe geht, sondern Gäste durch eine derartige pädagogische Maßnahme zu sensibilisieren. Schließlich hält der Gastronom auf Anfrage einen Tisch frei, kann gegebenenfalls Laufkundschaft keinen Platz mehr im Restaurant anbieten, plant und kauft Lebensmittel und Getränke ein. Sagen Gäste dann nicht ab und nehmen ihre Reservierung auch nicht wahr, verderben mitunter Kochzutaten und der Gastronom bleibt auf einem nicht unwesentlichen Kostenblock sitzen. Schließungen wegen zahlreicher No Shows gibt es folglich immer wieder. Daher begrüßt der Dehoga Hessen auch das Vorgehen Frankfurter Gastronomen, wie es auch bereits in Berlin, Darmstadt und Kassel erfolgt. In der Hotellerie bei der Buchung von Hotelzimmern und bei Flugtickets sind die Erhebung von Stornokosten indessen schon lange gang und gäbe.

Die Initiative Gastronomie Frankfurt

Die Initiative Gastronomie Frankfurt e.V. wurde am 02. Dezember 2015 ins Leben gerufen, Um die Interessen der Gastronomen und die Position des Gastgewerbes in Frankfurt am Main zu vertreten und zu stärken, wie es auf ihrer Webseite heißt. Aktuell gehören der IGF 81 Restaurants, Bars und Clubs an. Rund 80 Prozent der Mitglieder hatten für die Einführung einer „Strafgebühr“ bei No Shows gestimmt. Für die Umsetzung gibt es keine einheitliche Vorgehensweise – weder zeitlich, noch preislich.

 

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