Problematische Preispolitik

Erstes Restaurant verlangt „Sonntagsgebühren“

Ein Berliner Restaurant steht derzeitig im Fokus von Verbraucherschützern, Dehoga und Bezirksamt. Der Grund: Das Lokal erhöht zu unterschiedlichen Wochentagen und Uhrzeiten seine Preise. Der Gast merkt das erst bei der Rechnung.

Freitag, 26.07.2019, 10:25 Uhr, Autor: Thomas Hack
Ein paar Sushi auf einem Teller

Dass ein Berliner Restaurant zu unterschiedlichsten Tagen und Uhrzeiten die Preise ändert, ruft nun Verbraucherschützer und den Dehoga auf den Plan. (© Kittiphan/Alexander Limbach/Fotolia)

Erstmals hat ein Restaurant in Berlin „Sonntagsgebühren“ eingeführt, wie der Berliner Kurier berichtet. Viele Gäste des Steglitzer „Hoshi-Sushi“ bemerken diese jedoch erst beim Überfliegen der Rechnung, auf der dann „Theke Extra“ vermerkt ist. Eine Nachfrage der Zeitung beim Verbraucherschutz hatte ergeben, dass solche Umstände selbst in der eigensinnigen Hauptstadt nicht gerade üblich sind. „Das ist sehr ungewöhnlich und wir sehen das sehr kritisch“, hatte Armin Valet von der Verbraucherzentrale in Hamburg schließlich gegenüber dem Berliner Kurier verlauten lassen. Was das Restaurant selbst dazu zu sagen hat? Das sei schon immer so gemacht worden, antwortete die Restaurantleiterin knapp.

Auch ab 16 Uhr wird‘ im Hoshi-Sushi teurer

Doch damit nicht genug: Offen gab die Chefin auch noch zu, dass der Zuschlag (Sushi-Menüs werden um einen Euro teurer) gleichermaßen am Samstag gelte und auch unter der Woche ab 16 Uhr die normalen Speisenpreise angehoben werden – und der Vermerk dazu nur klein gedruckt  am Kopf der Speisekarte steht. „Unsere Karte ist lang. Wir haben nicht so viel Platz“, erklärte sich die Chefin laut Berliner Kurier. Nicht nur Gäste und Verbraucherschützer sind jetzt alarmiert, sondern auch der Dehoga. „Die Berechnung von Sonntagsaufschlägen auf die Preise der angebotenen Speisen und Getränke ist in der Gastronomie in Deutschland eher unüblich“, erklärte dessen Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges. Tages- und uhrzeitabhängige Preisaufschläge müssten deutlich kommuniziert werden und der Gast solle zu jedem Zeitpunkt die Preise der Speisen und Getränke wissen, hieß es weiter. Auch das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf sowie der Ordnungsstadtrat der Stadt gehen nun den Preispraktiken des Restaurants Hoshi-Sushi nach. (berliner-kurier.de/TH)

 

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