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Energiekrise: das können Gastronomen jetzt tun

Die aktuelle Energiekrise hält die Gastronomiebranche derzeit in Atem. Wie Gastronomen sich dagegen wappnen können und welche Maßnahmen sie jetzt ergreifen sollten, erklärt Gastro-Coacher Andreas Bartelt im Interview mit HOGAPAGE.

Freitag, 26.08.2022, 12:41 Uhr, Autor: Sarah Kleinen
Andreas Bartelt

Andreas Bartelt, Gastro-Coacher und Experte im Bereich Gastronomie (Foto: © Andreas Bartelt)

Herr Bartelt, die Gastronomiebranche leidet aktuell unter den steigenden Lebensmittel- und Energiepreisen. Was können Gastronomen jetzt tun, um diese Krisen zu überstehen?

Ich empfehle jedem meiner Coachees, schnellstmöglich den Energieanbieter zu kontaktieren und im Zuge dessen eine Prognose für die betriebliche Preisentwicklung einzuholen. Daraus wird ersichtlich, wie hoch die zukünftigen Verbrauchskosten sein werden. Um der Preiserhöhung entgegenzuwirken, sollten diese schnellstmöglich in die Kalkulation für den laufenden Betrieb aufgenommen und einkalkuliert werden. Dies betrifft neben den Speisen gleicherweise die Getränke. Die entsprechende Preiserhöhung würde ich vor den Gästen entsprechend auch argumentieren, sodass diese einen Bezug zur Situation erhalten. Hierbei ist es wichtig zu vermitteln, dass aus der Krise kein Nutzen geschlagen werden soll, es aber notwendig ist, Preisanpassungen vorzunehmen, um den steigenden Kosten gerecht zu werden. Ebenfalls ist zu bedenken, dass ab Oktober der Mindestlohn steigt und somit auch mehr Ausgaben entstehen.

Wie sinnvoll ist es, die gestiegenen Kosten durch Preiserhöhungen an die Gäste weiterzugeben?

Die zu erwartenden Preiserhöhungen sind immer auch mit einem Anstieg der Lebenshaltungskosten zu kombinieren. Es ist also klar, dass diese an die Endverbraucher weitergegeben werden. Diese Kalkulation ist erforderlich, um den Betrieb weiterhin rentabel führen zu können und Mitarbeitern auch entsprechend faire Gehälter zu bezahlen, da diese ebenfalls von den steigenden Kosten betroffen sind.

Ideen, um Energie einzusparen, gibt es viele. Wie können Gastronomen am besten Energiekosten einsparen?

Ich halte eine Outdoor-Kitchen für eine sehr gute Idee. Ist diese in einem Betrieb jedoch noch nicht vorhanden, bedarf es für die Anschaffung einer hohen Investition. Ob ein Elektrogrill eine gute Alternative zum Gasherd ist, kann ich nicht sagen, dies entscheidet der Gastronom. Die Kosten steigen in beiden Bereichen sehr stark an, sodass ich hierzu noch keine Prognose stellen kann. Um Energiekosten zu sparen, nutze ich generell immer die IST-Situation und analysiere, wie mit vorhandenen Geräten und Handlungen weniger Energie verbraucht werden kann.

Was könnte passieren, wenn Gastronomen jetzt nicht handeln, um der Krise entgegenzusteuern?

Gastronomen, die nicht auf die Preiserhöhung von Energie und Co. reagieren, geraten in Gefahr, dass die Steigerung so plötzlich kommt, dass sie keine Möglichkeit hatten, sich vorzubereiten. Dann sind sie gezwungen, ihre Rücklagen zum Ausgleich der Kosten zu nutzen. Das kann dazu führen, dass sie keinen finanziellen Puffer mehr haben. Es ist also erforderlich, dass Betriebe bereits jetzt reagieren und sich auf verschiedene Veränderungen in der Preispolitik der Energie rechtzeitig vorbereiten.

Bis wann sollten Gastronomen spätestens Gegenmaßnahmen im Hinblick auf die Krise ergreifen?

Wie bereits angesprochen, ist es sehr wichtig, dass sich Betriebe gewisse Rücklagen aufbauen. Diese können beispielsweise für die Anschaffung von neuen Gerätschaften genutzt werden, welche erforderlich sind, um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren. Hieraus folgt, dass am besten sofort etwaige Maßnahmen ergriffen werden, um der gesamten Situation entgegenzuwirken. Unternehmen haben generell keinen Einfluss auf grüne Ideologien aus der Politik und können somit nur versuchen, mit den Entscheidungen umzugehen, die aus der Legislative stammen. Gäste sollten sich also darauf einstellen, dass es definitiv Preiserhöhungen geben wird.

An wen kann ein Gastronom sich wenden, um Unterstützung in dieser Krise zu erhalten?

Es gibt zahlreiche Anlaufstellen für Endverbraucher, jedoch wenige, die eine Thematik wie die Gastronomie abbilden. Ich unterstütze jeden Gastronomiebetrieb dabei, Energiekosten zu sparen und Preise entsprechend der Erhöhung neu zu kalkulieren. Hierzu verschaffe ich mir in einem kostenlosen Erstgespräch einen genauen Überblick über die Situation. Gastronomen, die sich unsicher sind, welche Folgen die momentane Situation für Sie haben könnte, können online einen kostenfreien Termin mit mir vereinbaren.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Bartelt.

(SAKL)

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