Dritter Michelin-Stern für L.A. Jordan: „Es ist schwer in Worte zu fassen“
Herr Schimkowitsch, herzlichen Glückwunsch zum dritten Michelin-Stern! Was bedeutet Ihnen und Ihrem Team diese Auszeichnung?
Es ist schwer in Worte zu fassen, ich bin außerdem noch dabei, es richtig zu realisieren. Wir sind unglaublich glücklich, stolz und gleichzeitig voller Respekt vor dieser Auszeichnung. Vor allem empfinde ich große Dankbarkeit – gegenüber meinem gesamten Team, unseren Gästen und unserer Inhaberin, die diesen Weg von Anfang an mitgetragen hat.
Was hat Ihrer Meinung nach letztlich dazu beigetragen, dass das L.A. Jordan nun mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet wurde?
Wir arbeiten seit vielen Jahren mit großer Konsequenz an unserer eigenen Handschrift und hinterfragen uns ständig. Im Mittelpunkt stehen außergewöhnliche Produkte von höchster Qualität und handwerkliche Präzision. Dass die Summe aus allem aber nun überzeugt hat, liegt einzig am Team: Wir haben in den vergangenen Jahren immer zusammengehalten. Mein Sous-Chef und ich haben gekämpft, Stefan hat vorne den Service gerockt und wir sind als Team zu einer Familie geworden. 
Wie entwickeln Sie denn eigentlich ein Gericht? Worauf legen Sie dabei besonderen Wert?
Am Anfang steht immer das Produkt. Mich interessieren Zutaten mit einem ganz eigenen Charakter – egal ob Kaisergranat, Kinmedai, Tränenerbsen oder Wildhase. Ich versuche nicht, sie zu verändern oder zu verstecken, sondern ihre besonderen Eigenschaften möglichst klar herauszuarbeiten. Daraus entwickelt sich das Gericht Schritt für Schritt. Es darf technisch anspruchsvoll sein, soll den Gast aber nie überfordern. Am Ende muss jeder Bissen selbstverständlich wirken und einfach Freude machen. 
Wie blicken Sie nun auf die Aufgabe, die drei Michelin-Sterne im kommenden Jahr zu bestätigen?
Natürlich bringt diese Auszeichnung Verantwortung mit sich. Aber wir werden uns nicht von ihr treiben lassen. Unser Anspruch war immer, jeden Tag unser Bestes zu geben und uns kontinuierlich weiterzuentwickeln. Dieser Anspruch verändert sich nicht – unabhängig davon, wie viele Sterne über der Tür stehen.
Ein dritter Stern erhöht automatisch die Erwartungen der Gäste. Wie gehen Sie und Ihr Team mit diesem neuen Erwartungsdruck um?
Die Erwartungen unserer Gäste waren schon vorher sehr hoch. Wer ins L.A. Jordan kommt, erwartet einen besonderen Abend. Daran hat sich für uns nichts geändert. Wir konzentrieren uns weiterhin auf das, was wir beeinflussen können: beste Produkte, höchste Sorgfalt und einen herzlichen Service. Wenn unsere Gäste den Abend rundum genießen können, ist das die beste Antwort auf jede Erwartung.
Was verändert sich im Restaurantalltag nach einer solchen Auszeichnung – und was soll bewusst gleich bleiben?
Wir spüren bereits ein deutlich größeres internationales Interesse und freuen uns über viele neue Gäste. Im Alltag soll und kann sich dennoch möglichst wenig verändern. Der dritte Michelin-Stern bestätigt uns darin, dass wir unseren eigenen Weg bisher konsequent gegangen sind. Deshalb wäre es jetzt der falsche Zeitpunkt, etwas Grundlegendes zu verändern. Unsere Philosophie, unser extremer Anspruch und das tägliche Handwerk bleiben dieselben.
Welche Auswirkungen wird die Drei-Sterne-Auszeichnung nun voraussichtlich auf Ihr Geschäft haben?
Die ersten Auswirkungen sind bereits spürbar. Direkt nach der Auszeichnung haben wir Reservierungen unter anderem aus USA, Belgien und Luxemburg erhalten. Mit drei Michelin-Sternen gehört das L.A. Jordan zu den zwölf höchstbewerteten Restaurants Deutschlands und zu den rund 150 weltweit mit dieser Auszeichnung. Besonders freut es mich, dass wir dadurch nicht nur unser Restaurant, sondern auch Deidesheim und die gesamte Pfalz stärker auf die internationale Genusslandkarte rücken.
Welche weiteren Ziele streben Sie nun für die Zukunft an?
Stillstand war für mich noch nie eine Option. Mal sehen, was also als nächstes kommt. Unser Team ist stark, aber schlichtweg zu klein. Wäre toll, wenn wir Unterstützung bekommen – von Menschen, die mit Hingabe und Wille dabei sein wollen.
Vielen Dank für das Gespräch, Herr Schimkowitsch!
(SAKL)






