Lieferservice

Deliveroo stellt Deutschlandgeschäft ein

Der Essenslieferservice gab jüngst bekannt, dass er sich Mitte August aus dem deutschen Markt zurückzieht. Künftig will man sich stärker auf andere europäische Märkte konzentrieren.

Montag, 12.08.2019, 12:48 Uhr, Autor: Kristina Presser
deliveroo Wagen

Deliveroo beendet zum 16. August 2019 seine Geschäfte im deutschen Markt (Logo-Aufnahme vom 11. Juli 2017). (Foto: © picture alliance/AP Photo/Frank Augstein)

Der britische Essenslieferdienst Deliveroo hat bekanntgegeben, seine Aktivitäten auf dem deutschen Markt zum 16. August 2019 einzustellen. Das Unternehmen hat dafür gesorgt, dass Fahrern, Restaurants und Mitarbeitern angemessene Vergütungs- und Kulanzpakete zukommen. Nach Aussage von Deliveroo will man sich künftig auf das globale Wachstum konzentrieren, da man in anderen Märkten den Umsatz verdoppeln konnte. Das Lieferservice-Unternehmen wächst dieses Jahr in Märkten weltweit, erschließt neue Städte und baut Marktanteile weiter aus. Daher plane man Ressourcen und Investitionen künftig neu, um das Wachstum und die Expansion in den anderen europäischen Märkten sowie der Asien-Pazifik-Region zu beschleunigen.

Wenn Deliveroo den deutschen Markt auch vorerst verlässt, ist eine künftige Rückkehr nicht ausgeschlossen. Ein Sprecher von Deliveroo kommentiert: „Wir möchten uns bei allen Fahrern und Restaurants, die in Deutschland mit Deliveroo gearbeitet haben, sowie bei unseren wunderbaren Kunden bedanken. Es war uns eine Ehre, so vielen Menschen großartiges Essen aus den tollsten Restaurants in Deutschland liefern zu können und dabei mit so vielen hervorragenden und hart arbeitenden Fahrern zusammenzuarbeiten. Wir sind unseren äußerst talentierten Mitarbeitern sehr dankbar für ihr Engagement, mit uns großartiges Essen nach Hause zu liefern. Wir werden dafür sorgen, dass sie in dieser Phase unterstützt werden. Deliveroo wird weiter wachsen und in Märkte auf der ganzen Welt investieren, um das ultimative Unternehmen für Essen rund um die Welt zu werden.”

Amazon-Einstieg half auch nicht weiter

Als Amazon im Mai 2019 bei Deliveroo eingestiegen war, hatte der neue Deutschland-Chef Marcus Ross noch angekündigt, das Unternehmen werde im dritten Quartal 2019 bereits wieder neue deutsche Städte aufnehmen und das Geschäft so deutlich ausweiten. Doch daraus wird nun nichts.

Im deutschen Markt der Essenlieferdienste ist der Konkurrent Takeaway.com aus den Niederlanden besonders stark. Takeaway fügte im Frühjahr zu seiner Marke Lieferando das Deutschland-Geschäft von Delivery Hero hinzu. Nach der Übernahme gehören zu der Gruppe neben Lieferheld auch Pizza.de und Foodora. Takeaway ist gerade dabei, mit dem Rivalen Just Eat zu fusionieren.

 

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