Corona-Pandemie

Brauerei-Gasthof schließt nach 380 Jahren

In einem fränkischen Traditionsgasthaus bleiben auch nach dem Corona-Lockdown die Türen geschlossen. Der Familienbetrieb macht endgültig zu – nach knapp 380 Jahren.

Samstag, 15.05.2021, 20:17 Uhr, Autor: Martina Kalus
Tür mit Closed Schild

Dass die Türen auch nach dem Lockdown geschlossen bleiben werden, fiel Thomas Hümmer und seiner Familie nicht leicht. (Foto: © wedninth/stock.adobe.com)

Nach knapp 380 Jahren Familienbetrieb schließt der Brauerei-Gasthof Hümmer in Breitengüßbach für immer. „Corona hat uns nicht pleite gemacht, aber zum Umdenken bewegt“, sagte Thomas Hümmer, Inhaber des Brauerei-Gasthofs Hümmer. Der Familienbetrieb steht stellvertretend für ein Schicksal, das in Zeiten der Corona-Pandemie auf mehrere Gastronomen zukommen könnte.

Fachkräftemangel und Corona-Pandemie

Seit 1642 begrüßte die Familie ihre Gäste mit deftiger, fränkischer Küche. Die Entscheidung, dass die Türen auch nach dem Lockdown geschlossen bleiben werden, fiel der Familie nicht leicht. „Wir haben sehr, sehr lange mit allen Beteiligten geredet“, sagte Hümmer. Schon seit Jahren macht sich in der Gastronomie-Branche der Fachkräftemangel bemerkbar. Die Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Lockdown samt laufender Fixkosten erschweren die Situation.

„Der Politik bin ich nicht böse“

Dabei wurde der Brauerei-Gasthof erst 2012 für eine dreiviertel Million Euro umgebaut. „Der Politik bin ich nicht böse“, sagte Hümmer. „Schließlich gibt es kein Handbuch: Wie gehe ich mit der Corona-Pandemie um.“

Inhaber kocht für Schüler weiter

Ab Oktober soll der Gasthof an eine Senioren-Tagespflege verpachtet werden. Ein Großteil des Inventars sei bereits versteigert, sagte der 39 Jahre alte gelernte Koch. Zumindest für Kindergartenkinder und Schüler in der Region, die der Familienbetrieb beliefert, will Hümmer den Kochlöffel weiter schwingen.

(dpa/lby/MK)

 

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