Blindgänger-Entschärfung

Bombe gefunden: Tim Mälzers Restaurant musste geräumt werden

Tim Mälzer im Restaurant „Bullerei“
Tim Mälzer steht im Studio des Restaurants „Bullerei“. (Foto: © picture alliance/dpa | Marcus Brandt)
Nach langer Verzögerung ist am frühen Dienstagmorgen eine Weltkriegsbombe im Hamburger Schanzenviertel entschärft worden. Etwa 5.000 Menschen hatten ihre Wohnungen verlassen müssen. Auch das Restaurant „Bullerei“ von Tim Mälzer wurde evakuiert.
Dienstag, 18.07.2023, 10:43 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Wegen der Entschärfung einer Fliegerbombe in Hamburg musste am Montagabend das Restaurant „Bullerei“ von Tim Mälzer evakuiert werden. Das teilte der Koch und Unternehmer auf Instagram mit. Ein Sprecher der Feuerwehr bestätigte das.

Zuvor hatte die Feuerwehr darüber informiert, dass am Montagabend im Hamburger Schanzenviertel die Vorbereitungen für die Entschärfung einer britischen Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg angelaufen sind. 

Entschärfung verzögerte sich

Der Luftraum über dem Fundort wurde gesperrt und der Betrieb mehrerer S-Bahnen eingestellt. Eine Notunterkunft wurde in der Beruflichen Schule St. Pauli in der Budapester Straße hergerichtet. 

Bereits gegen 22 Uhr war die Evakuierung im betroffenen Gebiet abgeschlossen, wie die Polizei auf Twitter mitteilte. Zwischenzeitlich hieß es, dass sich die Entschärfung aufgrund der speziellen Lage der Bombe verzögere. 

Die Entschärfung hatte sich auch deshalb als schwierig erwiesen, weil die Bombe nach Angaben des Kampfmittelräumdienstes verkehrt herum im Boden gesteckt hatte. In der Nacht teilte die Polizei mit, es würden bestimmte Arbeitsmittel benötigt, die aktuell beschafft würden. „Erster Versuch der geplanten Entschärfung konnte nicht weiter fortgeführt werden“, twitterte die Feuerwehr.

„Es kann zu einem lauten Knall kommen“

Zu dem Zeitpunkt hatten die Experten des Kampfmittelräumdienstes erfolglos versucht, den chemischen Langzeitzünder mit einer eigens in Hamburg entwickelten Hochdruckwasserschneidanlage aus der Bombe zu fräsen, wie Feuerwehrsprecher Jan Ole Unger am Dienstagvormittag sagte. Der Sprengmeister, seine drei Entschärfer und das Team hätten sich deshalb für ein „sprengtechnisches Öffnungsverfahren“ entschieden. „Dabei kommt Sprengstoff auf die Bombe, wird gezündet und so wird der Zünder aus der Bombe rausgerissen. Und das hat geklappt. Das war der erste Knall.“

Um etwa 3.45 Uhr konnte letztlich der zweite Entschärfungsversuch beginnen – mit dem Hinweis: „Es kann zu einem lauten Knall kommen.“

Erst nach der zweiten Teilsprengung – es wurden noch der Zünder und der Detonator der Bombe kontrolliert gesprengt – gab die Polizei bekannt, dass die 500-Pfund-Bombe entschärft worden sei: „Die Bombe ist entschärft. Die Maßnahmen werden nun sukzessive zurückgefahren. Wir wünschen eine gute Nacht!“, twitterte sie. 

Zweiter Blindgänger in zwei Wochen

Die britische Fliegerbombe war am Nachmittag, kurz nach 15.00 Uhr, bei Bauarbeiten in etwa 2,50 Meter Tiefe gefunden worden. Die Stelle ist nicht weit entfernt vom S-Bahnhof Sternschanze nahe einer Unterführung gefunden worden, über die die Gleise der S-Bahn und des Fernverkehrs laufen.

Der sogenannte Warnradius betrug 500 Meter. In diesem Bereich sollen Schutzmaßnahmen eingehalten werden. Zum Beispiel sollen die Anwohner Fenster meiden und dem Fundort abgewandte Zimmer aufsuchen.

Es ist bereits der zweite Blindgänger binnen nicht einmal zwei Wochen, der in Hamburg gefunden wurde. Anfang des Monats war in Wilhelmsburg ebenfalls eine britische Fliegerbombe bei Sondierungsarbeiten entdeckt worden.

(dpa/SAKL)

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