Alina Meissner-Bebrout zieht mit ihrem Sternerestaurant um
Es wird ihr größter Schritt: Spitzenköchin Alina Meissner-Bebrout zieht mit ihrem Sternerestaurant bi:braud an einen neuen Standort. Nach zwölf Jahren in der Büchsengasse, wo im Jahr 2014 alles in einer ehemaligen Metzgerei begann, kommt das Sternerestaurant nun in das historische Bäumle direkt am Ulmer Münster.
Gemeinsam mit ihrem Mann Steffen Meissner gestaltet die 36-Jährige das denkmalgeschützte Gebäude aus dem 15. Jahrhundert zu einem 15-Zimmer-Designhotel um. Die Eröffnung des Hotel Maison Meissner ist für Sommer 2026 geplant.
Mit dem Umzug in das neue Hotel soll das bi:braud nach Angaben der Betreiber mehr Platz in der Küche, eigene Räume für die Vorbereitung und neben dem Menü erstmals ein zusätzliches à-la-carte-Angebot erhalten. Die Edda Brasserie, die Alina Meissner-Bebrout seit 2023 neben dem bi:braud führt, bleibt dabei unverändert am bisherigen Standort bestehen.
„Ich freue mich wahnsinnig auf das, was da kommt“, sagt Alina Meissner-Bebrout. „Zwölf Jahre Büchsengasse waren wunderschön – aber wir sind irgendwann an die Grenzen dessen gestoßen, was an diesem Standort möglich ist. Mit dem Maison Meissner bekommen wir endlich den Rahmen, den wir uns immer gewünscht haben. Mit mehr Platz in der Küche, einer Bar, an der man auch mal nur auf zwei Gänge und ein Glas Wein vorbeikommen kann – und einem Hotel, das alles zusammenhält.“
Michelin-Stern muss neu erkocht werden
Michelin-Sterne sind in Deutschland an die Adresse gebunden, nicht an die Person. Das heißt: Das bi:braud muss seinen 2023 erkochten Stern an der neuen Adresse formell neu erarbeiten.
Für Alina Meissner-Bebrout kein Drama: „Den Stern haben wir uns einmal erarbeitet, dann tun wir das eben ein zweites Mal“, sagt Meissner-Bebrout. „Was uns ausmacht, hängt ja nicht an den Wänden. Das hängt am Team, an unserer Haltung zum Produkt, an dem, was wir auf den Teller bringen. Und das nehmen wir alles mit.“
Erstmals à la carte
Eine der größten Neuerungen: Neben dem Menü-Konzept soll es im neuen bi:braud zum ersten Mal auch ein à-la-carte-Angebot geben.
„Was uns am Maison Meissner so reizt, ist die Vielfalt, die in diesem Haus möglich wird“, sagt Meissner-Bebrout. „Man kann auf einen Aperitif vorbeikommen, sich auf zwei Gänge à la carte setzen, das große Menü mit Weinbegleitung machen – oder direkt im Hotel übernachten. Alles unter einem Dach. Das ist genau der Ort, den wir uns immer gewünscht haben.“
Klassiker und neue Gerichte
Mit dem neuen à-la-carte-Konzept öffnet sich auch kulinarisch ein neuer Raum. Geplant ist unter anderem ein Bar-Food-Angebot mit bekannten Gerichten wie „Frenchtoast mit Tatar“ als Amuse. Auf die Karte sollen Klassiker aus zwölf Jahren bi:braud sowie von Alina Meissner-Bebrout neu entwickelte Gerichte kommen. Auch das Bäumle soll dabei seinen Platz auf dem Teller bekommen.
„Wir haben so viele Gerichte, die unsere Gäste über die Jahre liebgewonnen haben – und ein paar Klassiker müssen einfach mit. Aber wir blättern auch in der Geschichte des Hauses. Im alten Bäumle gab es Gerichte, die völlig in Vergessenheit geraten sind. Einige davon legen wir neu auf – mit unserer Handschrift“, erklärt Alina Meissner-Bebrout.
Das Team zieht komplett mit
Personell setzt Alina Meissner-Bebrout auf Kontinuität. Die im September 2025 etablierte Doppelspitze in der Küche bleibt bestehen: Alina Meissner-Bebrout und Tim Ostertag (30) führen das bi:braud auch im Maison Meissner gemeinsam.
Sommelier und Weinakademiker Holger Baier verantwortet den neuen Weinkeller. Das gesamte Serviceteam zieht mit in den neuen Standort.
Über Alina Meissner-Bebrout
Alina Meissner-Bebrout (36) führt seit 2014 das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Restaurant bi:braud in Ulm. Ihre Küche ist eine Symbiose aus schwäbischer und französischer Tradition, regional verwurzelt und modern interpretiert.
Im Jahr 2023 eröffnete Alina Meissner-Bebrout mit der Edda Brasserie ihr zweites Konzept. Seit Januar 2026 schreibt sie für den stern die Genuss-Kolumne „stern-Küche“ im Wechsel mit Maurizio Oster. 2026 übernimmt sie gemeinsam mit ihrem Mann Steffen Meissner das Hotel Bäumle und baut es zum Maison Meissner um.
(bi:braud/SAKL)