Energieprojekt

Wellnesshotel eröffnet eigenes Stromkraftwerk

Im Salzburger Land hat das Hotel Lürzerhof nun offiziell das eigene Wasserkraftwerk Taurach eröffnet. Mit dieser technischen Innovation versorgt sich das Alpin Life Resort jetzt autark mit Energie.

Dienstag, 16.07.2019, 09:25 Uhr, Autor: Thomas Hack
Eine Gruppe Menschen vor einem Wasserkraftwerk

Anlässlich der feierlichen Eröffnung des neuen Hotel-Kraftwerks trafen auch Heinrich Schellhorn, stv. Landeshauptmann des Landes Salzburg, Landesrat Josef Schwaiger sowie Johann Habersatter, Bürgermeister von Untertauern ein. (© Lorenz Masser)

In Untertauern hat die Hotel Lürzerhof GmbH das Wasserkraftwerk Taurach eröffnet. „Mit dem Kleinwasserkraftwerk wird nun das Alpin Life Resort Lürzerhof autark mit Energie versorgt, wobei der Großteil der überschüssigen erzeugten Energie in das öffentliche Netz eingespeist wird“, lässt Harald Habersatter vom Hotel Lürzerhof zu diesem ungewöhnlichen Projekt verlauten. Anlässlich der feierlichen Eröffnung in Untertauern fanden sich auch Heinrich Schellhorn, stv. Landeshauptmann des Landes Salzburg, Landesrat Josef Schwaiger sowie Johann Habersatter, Bürgermeister von Untertauern ein. Für die Österreichischen Bundesforste stellt die Zusammenarbeit mit einem lokalen Hotelbetrieb ein Novum dar. Sichtlich erfreut über die gute Kooperation zeigte sich auch Georg Schöppl, Vorstand der Österreichischen Bundesforste für Immobilien und Finanzen.

Hotel ist energieautonom und CO2-neutral

Das Wellnesshotel wird ab sofort mit Wärme aus dem eigenem Biomasseheizwerk versorgt, wobei die Grundlast mittlerweile über eine Wasser-Wärmepumpe gedeckt wird. Die Trinkwasserversorgung findet über die hoteleigene Quelle aus dem Christina-Stollen statt. „Jetzt schließt sich der Kreis und unser Hotel wird durch das eigene Kraftwerk mit Strom versorgt“, freut sich Harald Habersatter. Eine Besonderheit vom Wasserkraftwerk Taurach ist die „Inselfähigkeit“. Dadurch funktioniere die Stromversorgung auch, wenn das öffentliche Netz einmal ausfallen sollte. Somit stammen Wasser, Wärme und Strom aus eigenen Ressourcen. Das Alpin Life Resort Lürzerhof kann mit seinem Projekt wohl mit Recht behaupten, eine Vorreiterrolle im Thema Nachhaltigkeit einzunehmen. Immerhin können durch die Stromgewinnung aus Wasserkraft jährlich rund 6.300 Tonnen CO2 eingespart werden.

Besonderheit Christina-Stollen

Die 2,1 km lange Druckrohleitung mit einer Fallhöhe von rund 145 Metern und einem Durchmesser von 100 Zentimeter verläuft entlang der Bundessstraße B99 und wurde größtenteils unterirdisch verlegt. Eine Besonderheit des Kraftwerks ist der 420 Meter lange Christina-Stollen, durch den ein Teil der Leitung verlegt wurde. Der Stollen wurde nach der Hausherrin im Alpin Life Resort Lürzerhof, Christina Habersatter benannt. Die Pelton-Turbine erzeugt über das Jahr hindurchrund 7.500 Megawattstunden, mit einer Spitzenleistung von 2.100 Kilowattstunden. Durch die einzigartigen klimatischen Bedingungen soll sich der Stollen auch hervorragend zur Fasslagerung von Edelbränden eignen, welche direkt in der hoteleigenen Schaubrennerei destilliert werden. (ots/TH)

 

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