Schlüssel- und Kundendaten gefährdet

Sicherheitslücke in Millionen Hotelzimmern

Die Digitalisierung schreitet weltweit voran, auch in der Hotellerie. IT-Sicherheitsexperten geben nun jedoch Anlass zur Sorge, da elektronische Schließsysteme in Hotels problemlos gehackt werden könnten.

Donnerstag, 26.04.2018, 09:51 Uhr, Autor: Markus Jergler
Eine Person mit dunkler Kapuze sitzt vor einem Laptop

IT-Sicherheitsexperten haben herausgefunden, dass elektronische Schließsysteme in Hotels und weltweiten Hotelketten gehackt werden können.. (Foto: Thaut Images/fotolia)

Die Mitarbeiter der Firma F-Secure demonstrierten in der vergangenen Woche Reportern von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung wie der Einbruch ins Hotelzimmer gelingen kann, ohne Spuren zu hinterlassen. Möglich wäre die Methode offenbar bei mehr als  eine Million Hotelzimmer in 166 Ländern.

Die IT-Experten, die seit 15 Jahren zu elektronischen Schließsystemen forschen, geben an, eine schwere Sicherheitslücke in einem System des schwedischen Unternehmens Assa Abloy gefunden zu haben. Laut Homepage sichert das Unternehmen weltweit in 42.000 Hotels mehr als sieben Millionen Türen.

Wenige Sekunden genügen
In diesem konkreten Fall geht es um die Hotelkarten, mit denen die Gäste die Türen ihrer Zimmer öffnen. Die Forscher demonstrierten den Reportern, dass lediglich eine einzige Hotelkarte ausreiche, um am Ende alle Gästezimmer des jeweiligen Hotels öffnen zu können. Aus der einen Hotelkarte  konnten die IT-Techniker einen Generalschlüssel erstellen, der dann alle Türen öffnen kann. Der Vorgang dauert nur ein paar Sekunden. Darüber hinaus gelang es den IT-Experten über das Netzwerk der betroffenen Hotels auch Kundendaten auszulesen.

Nach Angaben von Christophe Sut, Vizechef von Assa Abloy, könnten weltweit mehr als eine Million Türen betroffen sein, in Deutschland etwa 30 000 Hotelzimmer. Sein Unternehmen gehe nicht von einer riskanten Sicherheitslücke aus. Schließlich hätten die Forscher mehr als zehn Jahre dafür gebraucht, diese aufzuspüren. „Hotelgäste können sich weiterhin sicher in ihren Zimmern fühlen.“ (ots/MJ)

 

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