Meinung

„Wir brauchen einen Gastro-Gipfel in Deutschland“

Alexander Huber, Präsident der Jeunes Restaurateurs, fordert von Politikern einen klaren Fahrplan für die nächsten Wochen. Gleichzeitig appelliert er an die Gastronomie, eine Lobby zu gründen und gemeinsam die Stimme der Branche zu stärken.

Freitag, 27.11.2020, 10:49 Uhr, Autor: Kristina Presser
Alexander Huber, JRE-Präsident

JRE-Präsident Alexander Huber fordert eine Lobby für die Gastronomie. (Foto: ©Florian Hammerich)

Am Mittwochabend haben die Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten der Länder nach ihrem Corona-Gipfel die neuen Lockdown-Regeln bekanntgegeben – ein weiterer Schlag ins Gesicht zahlreicher Gastronomie- und Hotelbetriebe, die nun noch mindestens bis 20. Dezember 2020 geschlossen bleiben müssen. Alexander Huber, Präsident der Jeunes Restaurateurs (JRE) und Küchenchef des Restaurants „Huberwirt“ in Pleiskirchen, äußert sich zu den neuen Beschlüssen.

Schon aus seinen ersten Worten liest man Enttäuschung: „Trotz aller Bemühungen, Brandbriefe und persönlichen Interventionen müssen wir weiterhin darauf warten, wieder Gäste begrüßen zu dürfen.“ Am Ende hätten auch weder umfangreiche Hygienemaßnahmen, noch der Ausblick auf die verheerenden wirtschaftlichen Folgen eine Wirkung erzielt. Trotzdem ist sich Huber sicher, dass die Branche auch einen verlängerten Lockdown überstehen wird – mit dem „Einfallsreichtum, neuen Konzepten und dem Herzblut“, das Köche und Gastronomen auszeichne.

Politiker müssen klare Aussagen treffen

Grundsätzlich fordert der JRE-Präsident „schon jetzt klare Aussagen, wie es weitergeht, wenn die Betriebe auch im Dezember oder noch länger geschlossen bleiben müssen“. Schließlich sei für viele Betriebe das Weihnachtsgeschäft essenzieller Teil des Jahresumsatzes. Hier brauche es eine finanzielle Kompensation zum Überleben der Betriebe. Ein Sachverhalt, den man erneut den Bundes- und Landespolitikern deutlich machen müsse.

Abgesehen von den aktuellen Herausforderungen wirft Huber aber auch einen Blick in die Zukunft. Die Frage, wie es nach der Krise weitergeht, steht prominent im Raum. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um sich über die geeigneten Konzepte Gedanken zu machen“, lautet seine Antwort, die sich auf einzelnen Betriebe, aber auch die gesamte Branche bezieht. Dass die Branche sehr wohl eine Stimme hat, die gegenüber der Politik, den Medien und der Öffentlichkeit gut und zielgerichtet kommunizieren kann, belegt er mit den Beispielen der reduzierten Mehrwertsteuer und den außerordentlichen Wirtschaftshilfen („Novemberhilfen“).

Eine Lobby für die Gastronomie muss her

In diesem Zusammenhang appelliert der JRE-Präsident an ein gemeinsames Auftreten der Branchenakteure, „nicht zersplittert in Initiativen und Einzelaktionen“. Sein Vorschlag: Ein Gastro-Gipfel Deutschland, bei dem „wir ein gemeinsames Vorgehen und gemeinsame Aktionen festlegen. Und wir brauchen den gemeinsamen Willen, endlich eine Lobby für die Gastronomie aufzubauen.“ Seine Einladung folgt promt: „Ich lade die Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden, Initiativen und Aktionskreisen aus unserer Branche dazu ein, noch in diesem Jahr bei einem Gastro-Gipfel über konkrete Forderungen, über neue Strukturen und erste Maßnahmen zu sprechen. Nur gemeinsam können wir die Herausforderungen der Zukunft meistern!“
(JRE/KP)

 

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