Aktionsbündnis Tourismusvielfalt

„Staatliche Unterstützung auf den letzten Metern nicht verwehren!“

In einem offenen Brief an Bundesminister Peter Altmaier und Olaf Scholz appelliert das Aktionsbündnis Tourismusvielfalt (ATV), die staatlichen Überbrückungshilfen mindestens bis zum Jahresende zu verlängern.

Montag, 26.07.2021, 09:30 Uhr, Autor: Natalie Ziebolz
Überbrückungshilfe

Da sich der Tourismus erst 2022 wieder erholen wird, fordert das Aktionsbündnis Tourismusvielfalt, die Überbrückungshilfe bis Ende 2021 zu verlängern. (Foto: © Butch/stock.adobe.com)

In einem offenen Brief an Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, sowie an Bundesfinanzminister Olaf Scholz fordert das Aktionsbündnis Tourismusvielfalt (ATV), die staatlichen Überbrückungshilfen mindestens bis zum Jahresende 2021 zu verlängern: „Zunächst möchten wir uns für die bisher gewährten Corona-Soforthilfen sowie die Überbrückungshilfen I, II und III ausdrücklich bedanken, die das Überleben der Touristik bisher überhaupt erst ermöglicht haben“, heißt es in dem Schreiben des ATV an die beiden Bundesminister. „Allerdings reicht die Laufzeit des bisherigen Programms in unseren Augen nicht aus, um das wirtschaftliche Überleben einer Mehrheit der touristischen Unternehmen in Deutschland zu sichern.“

Das Bündnis betont, dass die Unternehmer der Tourismusindustrie nur dank der bisher erhaltenen Überbrückungshilfen die vergangenen fünfzehn Monate bewältigen konnten. „Es wäre ein verheerender Fehler, die staatliche Unterstützung auf den letzten Metern zu verwehren“, warnt das ATV weiter. Man könne erst in 2022 mit einer ersten Erholung des Tourismus rechnen.

Schnelle Entscheidung um Planungssicherheit zu gewährleisten

Anhand einiger konkreter Beispiele schilderte das Aktionsbündnis in seinem Schreiben die aktuell noch sehr prekäre und volatile Situation in der Tourismusbranche und schloss mit dem Fazit: „Es ist in unseren Augen unabdingbar, die Überbrückungshilfen über den 30. September 2021 hinaus zu verlängern, da sich die Situation für viele Teile der Tourismusbranche im aktuellen Jahr nur geringfügig verbessert hat, und die Umsätze im Vergleich zu 2019 noch erhebliche Einbrüche aufweisen. Die Entscheidung muss jetzt fallen, denn die Unternehmen brauchen Planungssicherheit in diesen schwierigen Zeiten.“

Konzentration auf Inzidenzwert erschwert die Situation

Dem Bündnis zufolge wird die Situation für die Touristik und die Reisenden sogar noch schwieriger, wenn der aktuelle Impfstatus bezüglich der zukünftigen politischen Entscheidungen weiterhin nicht berücksichtigt wird. „Rund 40 Millionen Menschen in Deutschland sind bereits vollständig geimpft und über 50 Millionen haben eine Erstdosis erhalten“, beruft sich das ATV auf die Zahlen des offiziellen Impfdashboards. „Eine Einstufung der Länder in Risikogebiete bzw. Hochrisikogebiete rein auf Grundlage eines einzigen Wertes – nämlich des Inzidenzwertes – stimmt mit der aktuellen Situation nicht mehr überein“, heißt es in dem Schreiben des Bündnisses weiter. Das Aktionsbündnis hofft daher, dass die für Anfang August geplante neuen Einreiseverordnung nicht mehr nur auf einem einzigen Faktor beruht, sondern auch der Impfstatus und die tatsächliche Auswirkung der mutierten Varianten berücksichtigt werden.

(VIR/NZ)

 

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