Reiseverkehr

Reiseverbände fordern Ende des Einreiseverbots

Die deutschen Reiseverbände fordern die Aufhebung von Reisebeschränkungen mit Drittstaaten. Ansonsten drohe Deutschland von den anderen Ländern abgehängt zu werden.

Donnerstag, 27.05.2021, 16:10 Uhr, Autor: Natalie Ziebolz
Flugzeug beim landeanflug

In Ländern wie Spanien, Griechenland, Italien und der Türkei wird im August wieder 80 bis 100 Prozent des August-Reiseverkehrs auf Vorkrisen-Niveau erwartet. (Foto: © m.mphoto/stock.adobe.com)

Der Europäische Rat hat angesichts des Fortschritts bei Impfkampagnen und Teststrategien empfohlen, auch für private Reisen die Einreiseverbote mit Drittstaaten aufzuheben und somit den internationalen Reiseverkehr deutlich zu erleichtern. Die Mitgliedsstaaten sind aufgefordert, diese Empfehlung umzusetzen. Einige EU-Staaten haben bereits mit der Umsetzung des Beschlusses begonnen.

„Wir begrüßen den Beschluss des Europäischen Rates. Wir fordern zur Umsetzung des Ratsbeschlusses nun rasches Handeln der Bundesregierung, damit die deutsche Reisewirtschaft und der Wirtschaftsstandort als Ganzer nicht von der Entwicklung in anderen Staaten abgehängt wird, die längst dabei sind, wieder mehr Mobilität zu ermöglichen“, so Matthias von Randow, Hauptgeschäftsführer BDL.

Reiseaufkommen in Nachbarländern teils auf Vorkrisen-Niveau

„Die deutsche Hotellerie und Gastronomie und viele weitere Unternehmen der Tourismusbranche leben von Gästen nicht nur aus Deutschland, sondern der ganzen Welt“, gibt Michael Rabe, Generalsekretär BTW, zu bedenken. „Einreiseverbote für Gäste aus Drittländern und Beherbergungsverbote für touristische Gäste gefährden den Tourismusstandort Deutschland und insbesondere die vielen mittelständischen Betriebe unserer Branche, von denen ohnehin viele existenzgefährdet sind. Wie schädlich Verbote und Beschränkungen auf die heimische Tourismusindustrie wirken, zeigt u.a., dass sich die Verkehre von Deutschen ins Ausland schneller erholen als die Verkehre von ausländischen Touristen nach Deutschland.“

In Ländern wie Spanien, Griechenland, Italien und der Türkei erholt sich der Luftverkehr bereits deutlich. Dort werden im August wieder 80 bis 100 Prozent des August-Reiseverkehrs auf Vorkrisen-Niveau erwartet. Auch die Niederlande, Frankreich und Österreich erreichen im Hochsommer ein Verkehrsvolumen, das rund 80 Prozent des Reiseaufkommens im Jahr 2019 entspricht. Deutschland hingegen droht im Reiseverkehr zurückzufallen. Die hiesigen Flugpläne gehen davon aus, im August lediglich 63 Prozent des Flugverkehrs zu erreichen. Betrachtet man den Zeitraum von Mai bis August, werden an den deutschen Flughäfen nur 44 Prozent des Angebots von 2019 möglich sein. In Griechenland sind es bereits 80 Prozent, in der Türkei 74 Prozent. Ein Hauptgrund für diese unterschiedliche Entwicklung ist die unzureichende Erholung des Reisens ausländischer Touristen sowie Messe- und Kongressbesucher nach Deutschland.

Evidenzbasierte Orientierung von Einreiseregelungen

Vor diesem Hintergrund fordert die Deutsche Reisewirtschaft die Bundesregierung auf, zügig die die bestehenden Reiseverbote mit Drittstaaten auf Basis der Ratsempfehlung aufzuheben. Es brauche zudem eine evidenzbasierte Orientierung von Einreiseregelungen und Testpflichten . Konkret hieße das, die pauschale Testpflicht vor Abflug nach Deutschland auf jene Flugreisende zu beschränken, die aus einem Risikogebiet einreisen, so die Verbände. Das Festhalten an der pauschalen Testpflicht für alle Reisenden sei bei Einreise aus Nicht-Risikogebieten unverhältnismäßig, da sie Prozessabläufe im internationalen Luftverkehr unnötig verkompliziert.

(DRV/NZ)

 

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