Fachkräftemangel Österreich

„Regierungen müssen lernen, dass Covid bleibt“

Tourismusexpertin Susanne Kraus-Winkler hat sich zum Mitarbeitermangel im Tourismus geäußert. Um diesem entgegen zu wirken fordert sie einen liberaleren Umgang mit Arbeitskräften aus dem Ausland und neue Wege des Corona-Managements.

Donnerstag, 16.09.2021, 11:17 Uhr, Autor: Natalie Ziebolz
Susanne Kraus-Winkler

Susanne Kraus-Winkler, Obfrau des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich, über den Mitarbeitermangel im österreichischen Tourismus. (Foto: © Mischa Nawrata/WKO)

Im Videopodcast der Mrp Hotels sprach Tourismusexpertin Susanne Kraus-Winkler über den Mitarbeitermangel im österreichischen Tourismus. Das Problem sei kein neues, so Krau-Winkler. „Der Tourismus ist in den letzten 20 Jahren weltweit gewachsen, dieses Wachstum hat die Ausbildungskapazitäten deutlich überstiegen.” Durch Lockdowns und Betriebsschließungen habe das Thema allerdings einen kleinen Turbo bekommen.

„Mitarbeiter auf Drittstaaten wären die Lösung“

„Wenn Österreich seinen Wohlstand erhalten möchte, dann braucht es auch eine entsprechende Wirtschaftsleistung. Wir haben in Österreich gar nicht genug Menschen, um diese um die Wirtschaftsleistung, die unseren Wohlstand erhält, auch entsprechend zu generieren”, so Susanne Kraus-Winkler. Und ergänzt diese Aussage mit einer deutlichen Forderung an die Politik: „Österreich fehlen nicht nur die Fach-, sondern auch die Hilfskräfte. Das gilt für viele Branchen. Mitarbeiter aus Drittstaaten wären eine Lösung, allerdings sind hier politische Lösungen gefordert, um schnellstmöglich auf Arbeitskräfte aus anderen Ländern zugreifen zu können. Dies hilft auch dem AMS-System.” Die Expertin verweist auf Deutschland mit seiner restriktiveren und offeneren Politik. Das Nachbarland hätte dadurch einen deutlichen Wettbewerbsvorteil.

„Darf keinen Lockdown mehr geben“

Positiv nach vorne blicken und an vielen Schrauben drehen: Susanne Kraus-Winkler sieht bei ihrem Blick in die Zukunft sowohl die Tourismusbetriebe als auch die Politik gefordert: „Die Branche muss beweisen, dass sie sicher ist. Es darf keinen Lockdown mehr geben, es darf kein Jahr mehr ohne Sommer- oder Wintersaison mehr geben. Die Regierungen müssen lernen, dass Covid bleibt. Es muss ein normales Management der Covid Umstände auf die Beine gestellt werden, Notverordnungen und Notmanagementaktionen müssen vermieden werden.”

Neue Arbeitszeit- und Lohnmodelle gefordert

Kraus-Winkler fordert zudem Anpassungen bei der Ausbildung und schlägt kreativere Entlohnungssysteme und Arbeitszeitmodelle vor. Den gesamten Mrp hotels Videocast zur Mitarbeiterknappheit im Tourismus finden Sie hier.

(Mrp Hotels/NZ)

 

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