Preis der Deutschen Systemgastronomie 2026: Wer gewinnt?
Es ist eine feste Tradition, die jedes Jahr dazu gehört: Einen Tag vor dem offiziellen Wiesnanstich kommen im Münchner Lehnbachpalais Experten aus Gastronomie, Politik und Wirtschaft zum Mittagsempfang des Bundesverbands der Systemgastronomie (BdS) zusammen, um den Preis der Deutschen Systemgastronomie zu verleihen.
Mit der Auszeichnung ehrt der Verband seit 2011 Menschen, Unternehmen und Konzepte, die die Systemgastronomie prägen, weiterentwickeln und neue Impulse geben. Auch in diesem Jahr standen drei Konzepte im Finale, die zeigten, wie unterschiedlich solche Impulse aussehen können.
60 Sekunden für Neapel
Den Auftakt machte 60 seconds to napoli. Das Konzept verbindet italienische Tradition mit moderner Systemgastronomie – und hat sich innerhalb weniger Jahre zu einer dynamischen Pizzamarke in Deutschland entwickelt.
Im Mittelpunkt steht das neapolitanische Lebensgefühl, das die Marke in kurzer Zeit erlebbar machen will. Dahinter stehen laut Laudator und BdS-Vizepräsident Ingo Gugisch Leidenschaft, handwerkliches Können und ein klarer Qualitätsanspruch.
Spitzengastronomie trifft Streetfood
Beim zweiten Finalisten Goldies kam die Inspiration aus einer ganz anderen Richtung: Zwei Sterneköche haben ihre Erfahrung aus der Spitzengastronomie ins Streetfood übertragen.
Das Konzept will Fast Food neu denken und setzt dabei auf Qualität, Handwerk und eine starke Marke. Für den BdS zeigt Goldies, wie sich Spitzengastronomie und Streetfood zu einem zeitgemäßen Systemgastronomie-Konzept verbinden lassen.
Koreanisch auf Wachstumskurs
Der dritte Finalist war Mmaah!. Das koreanische Streetfood-Konzept war bereits im vergangenen Jahr für den Preis nominiert. Seitdem hat sich einiges getan: Das Unternehmen ist weitergewachsen, hat seine Franchise-Strategie ausgebaut und die koreanische Küche in der deutschen Systemgastronomie weiter etabliert.
Damit zeigt Mmaah!, dass eine starke Idee nicht nur von ihrem ursprünglichen Konzept lebt, sondern auch davon, wie konsequent sie weiterentwickelt wird.
Drei Konzepte, ein Preis
So verschieden die drei Unternehmensstrategien der drei Finalisten auch sind – doch haben sie eine Gemeinsamkeit: Hinter allen Konzepten stehen Menschen, die den Mut haben, Neues zu wagen und Bestehendes weiterzudenken. Genau diese Verbindung von Menschen, Ideen und Zukunft steht laut BdS im Mittelpunkt des Preises der Deutschen Systemgastronomie. Nur eines der drei Konzepte kann jedoch die Auszeichnung 2026 mit nach Hause nehmen.
Und der Gewinner ist: Mmaah!
Das koreanische Streetfood-Konzept von Sebastian und Andreas Lechle setzte sich gegen 60 seconds to napoli und Goldies durch. Ausschlaggebend war insbesondere die Entwicklung des Unternehmens seit der letztjährigen Nominierung: Mmaah! hat sein Wachstum fortgesetzt, die Franchise-Strategie konsequent ausgebaut und koreanische Küche noch stärker in der deutschen Systemgastronomie etabliert.
Damit würdigte der BdS ein Konzept, das beispielhaft dafür steht, wie sich eine gastronomische Idee weiterentwickeln und in der Systemgastronomie nachhaltig etablieren kann.
Ehrenpreis für Ingrid Hartges
Neben dem Hauptpreis vergab der BdS auch in diesem Jahr einen Ehrenpreis. Die Auszeichnung ging an Ingrid Hartges. Sie hat den DEHOGA Bundesverband 36 Jahre lang geprägt, davon 20 Jahre als Hauptgeschäftsführerin.
Der BdS ehrte so ihren jahrzehntelangen Einsatz für das Gastgewerbe, ihre politische Interessenvertretung und ihre Beharrlichkeit bei wichtigen Branchenthemen. Besonders hervorgehoben wurde ihr Engagement während der Corona-Krise sowie ihr langjähriger Einsatz für die steuerliche Gleichbehandlung von Speisen.
Der Preis der Deutschen Systemgastronomie 2026 würdigt damit sowohl ein Konzept mit Zukunft als auch eine Persönlichkeit, die die Branche über Jahrzehnte mitgeprägt hat.
(KAGI)


