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Verbände vereinen sich gegen die Herausforderungen im Gastgewerbe

Vom 26. bis zum 28. Juni trafen sich die deutschsprachigen Verbände der Hotellerie und Gastronomie in Zürich, um über die aktuellen Herausforderungen ihrer Branche zu sprechen. Dabei hat sich gezeigt, dass sich die großen Herausforderungen in den vergangenen Monaten stark verändert haben.

Mittwoch, 29.06.2022, 11:30 Uhr, Autor: Sarah Kleinen
22 Vertreter der deutschsprachigen Verbände der Hotellerie und Gastronomie

22 Vertreter der deutschsprachigen Verbände der Hotellerie und Gastronomie trafen sich in Zürich und diskutierten über die aktuellen Herausforderungen im Gastgewerbe. (Foto: © Dehoga Bundesverband)

22 Vertreter der deutschsprachigen Verbände der Hotellerie und Gastronomie diskutierten auf Einladung von HotellerieSuisse die aktuellen sowie länderübergreifenden Herausforderungen der Branche. Dabei wurde deutlich, dass der steigende Fachkräftemangel und die Nachhaltigkeit zwar ein großes Thema bleiben, drängender sind aber insbesondere in Deutschland und Österreich die fehlende Sicherheit bei der Energieversorgung und die starke Inflation geworden.

Gemeinsam gegen den Fachkräfte- und Mitarbeitermangel

Hotellerie und Gastronomie leiden nicht erst seit der Coronakrise an einem Fachkräfte- und Nachwuchsmangel, aber die vergangenen zwei Jahre haben die Situation noch akzentuiert. Aktuell gibt es immer mehr Betriebe, die ihre Dienstleistung aufgrund des Fachkräftemangels einschränken oder gar einstellen müssen.

Beim Treffen waren jedoch eine Aufbruchstimmung sowie der Wille spürbar, die Herausforderung gemeinsam anzugehen. Der Weg zu einer starken Fachkräftebasis basiert auf drei Schritten. Die notwendigen Fachkräfte müssen in einem ersten Schritt gefunden werden. Hier sind innovative Lösungen gefragt, damit alle Potenziale ausgeschöpft werden können.

Weiter ist man darum besorgt, dass die Fachkräfte der Branche erhalten bleiben. Es ist wichtig, den Fachkräften gezielte Aus- und Weiterbildungen zu ermöglichen, um ein lebenslanges Lernen sowie die Potenziale und Fähigkeiten der Arbeitnehmer zu fördern. Damit diese Anstrengungen in der Branche Erfolg haben, sind geeignete politische Rahmenbedingungen unabdingbar. Die Präsidenten sowie Direktoren der Verbände appellieren deshalb an die Regierungen, die Branche in dieser Thematik zu unterstützen.

Bewusstsein für nachhaltiges Reisen ist gestiegen

Weiter diskutierten die Teilnehmer Gästebedürfnisse, die sich aufgrund der Coronapandemie verstärkt verändert haben. So hat das Bewusstsein für nachhaltiges Reisen in der Bevölkerung weiter zugenommen und die Gäste interessieren sich vermehrt aktiv für die Thematik.

Betriebe sind gefordert, ihre Bestrebungen im Bereich Nachhaltigkeit sichtbar zu machen. Auch Deklaration von Lebensmitteln sowie Tierwohlangaben gewinnen in der Gesellschaft an Bedeutung. Das bedeutet neue Herausforderungen für die Hotel- und Gastronomiebranche.

Fortschreitende Digitalisierung als Chance wahrnehmen

Ein weiterer Trend, der die Branche über die Grenzen hinweg beeinflusst, ist die fortschreitende Digitalisierung. Immer mehr Prozesse werden automatisiert und Gäste können beispielsweise selbständig das Check-in sowie Check-out vornehmen.

Für die Hotellerie und Gastronomie bieten sich in diesem Bereich Chancen, denn durch den Effizienzgewinn der Digitalisierung kann wiederum mehr Zeit für die Gästebetreuung zur Verfügung stehen. Auch hier braucht es die Politik, die in dieser Thematik angepasste Rahmenbedingungen schafft.

Neben den Megatrends der Digitalisierung und der Nachhaltigkeit beschäftigen weitere Themen über die Landesgrenze hinweg: Die fehlende Sicherheit in der Energieversorgung sowie die momentan starke Inflation, insbesondere in Deutschland und Österreich.

(Dehoga Bundesverband/SAKL)

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