Warnstreiks

Gibt es bald keine Coca-Cola mehr?

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ruft in den nächsten beiden Wochen rund 8.000 Beschäftigte an allen 37 Coca-Cola-Standorten in Deutschland zu achtstündigen Warnstreiks auf. Droht der Gastronomie ein Engpass an Softdrinks aus dem Hause Coca-Cola?

Dienstag, 04.04.2017, 09:00 Uhr, Autor: Felix Lauther
Coca Cola Kronkorken

Bei Coca-Cla hat die Gewerkschaft Nahrungsmittel-Gaststätten-Genuss die Mitarbeiter zu Warnstreiks aufgerufen. (© pixabay.com)

Die Gewerkschaft Nahrungsmittel-Genuss-Gaststätten (NGG) liegt im Clinch mit der Arbeitgeberseite aus dem Coca-Cola-Konzern. Am 25. Januar 2017 hat sie die Tarifverhandlung bereits in der ersten Runde abgebrochen, da die Arbeitgeberseite ein nicht verhandlungsfähiges „Magerangebot“ von 1,3 Prozent vorgelegt habe. Die Gewerkschaft NGG fordert in der laufenden Tarifrunde eine Erhöhung aller Entgelte um 160 Euro sowie eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 100 Euro pro Monat.

„Die Kolleginnen und Kollegen an den Standorten werden mit ihrer Teilnahme an den Warnstreiks ihre Verärgerung über die geringe Wertschätzung ihrer Arbeit deutlich zum Ausdruck bringen“, so Verhandlungsführer Freddy Adjan, Vorsitzender des NGG-Landesbezirks Bayern.

Coca-Cola baut in Deutschland Arbeitsplätze ab
Durch die europaweite Umstrukturierung bei Coca-Cola und dem damit verbundenen Arbeitsplatzabbau in Deutschland sei die Arbeitsbelastung für die verbleibenden Beschäftigten stark angestiegen, da der Volumenausstoß weiterhin stetig steigt.

Sollte nicht in absehbarer Zeit Bewegung in die Verhandlungen kommen und der Arbeitgeber ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen, werde die NGG-Tarifkommission weitere Arbeitskampfmaßnahmen abstimmen und mit den Vorbereitungen für Urabstimmung und für unbefristete Streiks beginnen.

Hintergrund der Tarifverhandlungen
Verhandlungspartner der Gewerkschaft NGG ist die Coca-Cola European Partners Deutschland GmbH (CCEP DE). Sie ist für Abfüllung, Verkauf und Vertrieb von Coca-Cola-Produkten verantwortlich und das größte Getränkeunternehmen in Deutschland.

In den vergangenen Jahren hat Coca-Cola Arbeitsplätze in Europa drastisch reduziert. In Deutschland sank die Zahl der Beschäftigten von rund 12.000  in 2007 auf etwa 8.000 Ende 2016. Im März 2015 konnte die Gewerkschaft NGG ein Tarifvertragspaket durchsetzen, das den Arbeitsplatzabbau für die Dauer von fünf Jahren sozial verträglich regelt. (NGG / FL)

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