Umsatzverluste

Dehoga-Umfrage: Wirksame Unterstützung notwendig

Frustrierter Gastronom
Gemäß der Umfrage beläuft sich der Umsatzrückgang für das Gesamtjahr 2021 im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 auf durchschnittlich 41,0 Prozent. (Foto: ©Halfpoint/stock.adobe.com)
Die Ergebnisse der aktuellen Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes zeigen die Umsatzverluste im für das Gastgewerbe besonders wichtigen Weihnachts- und Silvestergeschäft.
Donnerstag, 06.01.2022, 14:44 Uhr, Autor: Martina Kalus

In einer aktuellen Umfrage des Dehoga Bundesverband werden die katastrophalen Umsatzverluste im für das Gastgewerbe besonders wichtigen Weihnachts- und Silvestergeschäft deutlich. „Der Umsatz unserer Branche brach im Dezember um die Hälfte gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019 ein“, erklärt Dehoga-Präsident Guido Zöllick. Die Folgen: 55,7 Prozent der Unternehmer sehen ihren Betrieb aktuell in seiner Existenz gefährdet. Bereits im November betrug der Umsatzverlust – 34,1 Prozent. „Vielfach sind Liquiditätsreserven aufgebraucht. Deshalb erwarten wir jetzt von der Politik, dass alle Unternehmen die notwendige finanzielle Unterstützung bekommen, die ihre Existenz und den Erhalt der Arbeitsplätze sichern“, so Zöllick.

2G und 2G-Plus verantwortlich

Verantwortlich für die erheblichen Umsatzverluste sind die seit Wochen geltenden 2G oder 2G Plus-Zugangsregelungen, Kontaktbeschränkungen, Veranstaltungsverbote, Sperrzeitregelungen sowie Schließungen von Clubs und Discotheken. „Die Verschärfungen bei den Corona-Regeln treffen die Branche erneut sehr hart“, sagt Zöllick.

Gemäß der Umfrage beläuft sich der Umsatzrückgang für das Gesamtjahr 2021 im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 auf durchschnittlich 41,0 Prozent. Zu den aktuell größten Herausforderungen zählen die Unternehmer laut Umfrage: Einschränkungen durch Verordnungen (77,2%), Absage von Veranstaltungen (64,9%), fehlende Nachfrage (60,2%), Mitarbeitergewinnung (44%), nicht ausreichende Hilfen (34,5%).

Unterstützung notwendig

„Jetzt kommt es darauf an, dass alle erneut betroffenen Unternehmen unabhängig von ihrer Größe und Mitarbeiterzahl angemessene und wirksame Unterstützung erhalten“, appelliert Zöllick. „Die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes wie auch der Überbrückungshilfen bis 31. März 2022 waren richtig und konsequent. Wenn die massiven Beschränkungen weitere Wochen fortbestehen, ist es jedoch unerlässlich, dass die Hilfen verbessert werden müssen.“

Vor dem Bund-Länder-Treffen am Freitag fordert der Dehoga-Präsident von der Politik keine Panikmache: „Weitere Einschränkungen wären fatal. Wir erwarten, dass die Corona-Schutzmaßnahmen verhältnismäßig und für das Gastgewerbe umsetzbar bleiben. Wenn die Umsätze niedriger sind als die laufenden Kosten, lohnt sich die Öffnung einfach nicht mehr.“

An der Umfrage des Dehoga Bundesverbandes zur wirtschaftlichen Lage beteiligten sich in der Zeit vom 3. Januar bis 6. Januar 2022 (9:30 Uhr) 9.300 gastgewerbliche Betriebe aus ganz Deutschland.

(Dehoga/MK)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Zwei Gastronomen bei der Abrechnung
Umfrage
Umfrage

Dehoga schlägt Alarm: „7 Prozent Mehrwertsteuer auf Essen sind überlebenswichtig“

Die Lage im Gastgewerbe ist weiterhin angespannt. Der Dehoga befürchtet das sechste Verlustjahr in Folge für die Branche. Präsident Guido Zöllick fordert daher entschlossenes Handeln der Politik und Steuerfairness.
Die Sieger des Gastro Innovation Award 2025
Innovationswettbewerb
Innovationswettbewerb

Gastro Innovation Award 2027 startet mit zwei Kategorien

Der Gastro Innovation Award 2027 geht in die nächste Runde: Gesucht werden Lösungen für Gastronomie und Hotellerie – erstmals in zwei Kategorien. Bewerbungen sind ab sofort möglich. 
Bezahlen im Restaurant
Statistik
Statistik

Gastgewerbeumsatz steigt im Juli

Das Gastgewerbe in Deutschland hat im Juli gegenüber dem Vormonat wieder mehr umgesetzt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat bleibt die Entwicklung preisbereinigt jedoch im Minus – besonders in der Gastronomie.
Bundeskabinett
Kabinettbeschluss
Kabinettbeschluss

Einkommensteuerreform 2027: Folgen für das Gastgewerbe

Das Bundeskabinett hat die Einkommensteuerreform der schwarz-roten Koalition auf den Weg gebracht. Der Entwurf von Finanzminister Lars Klingbeil sieht Entlastungen für viele Arbeitnehmer vor – könnte Hotels und Gastronomiebetriebe jedoch zugleich stärker belasten. Vor allem die höhere Pauschalsteuer auf Minijobs sorgt beim Dehoga für deutliche Kritik.
Frau beim bezahlen im Restaurnat
Statistik
Statistik

Gastgewerbeumsatz im ersten Halbjahr 2026: Gastronomie mit stärkeren Einbußen als Hotellerie

Das deutsche Gastgewerbe erzielt im ersten Halbjahr nominal ein Umsatzplus. Preisbereinigt bleibt die Entwicklung jedoch rückläufig – mit stärkeren Einbußen in der Gastronomie als in der Hotellerie.
Gastronom beim Abkassieren
Statistik
Statistik

Gastgewerbe macht im Mai weniger Umsatz

Die Gäste bleiben aus: Das Gastgewerbe verzeichnet im Vergleich zum Vorjahr spürbar weniger Umsatz. Hotels und Restaurants sind unterschiedlich stark betroffen.
Rezeptionistin im Hotel
Kritik
Kritik

Arbeitszeit-Reform: Gastgewerbe fordert Nachbesserungen

Flexibilität war versprochen, Bürokratie wurde geliefert: Der kursierende Entwurf zur Arbeitszeit-Reform stößt im Gastgewerbe auf deutlichen Widerspruch. Statt mehr Spielraum sehen Branchenverbände vor allem neue Hürden und zusätzliche Bürokratie.
John K. Tuwei, Director International Projects State Department TVET, Sebastian Groth, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Kenia, Samuel Waititu, Chief Principal, The Kiambu National Polytechnic (KINAP), Horst Bauernfeind, Projekt Manager, GIZ Kenia, Reem Alabali Radovan, Bundesministerin für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit, Catherine Karanja, Geschäftsführerin Berufsbildung und Fachkräftesicherung, Horst Bauernfeind, Projekt Manager, GIZ Kenia, künftige Auszubildende.
Kenia-Projekt
Kenia-Projekt

Talent Gateway stärkt Ausbildung im Gastgewerbe

Reem Alabali Radovan, die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, hat sich in Kenia über das Projekt Talent Gateway informiert. Die Initiative verknüpft Nachwuchskräfte mit Ausbildungsplätzen in Deutschland und soll perspektivisch ausgeweitet werden.
Dirk Breuckmann, Präsident des Dehoga Niedersachsen
Kritik
Kritik

Streiks gefährden Anreise zur Hannover Messe – Gastgewerbe warnt vor Folgen

Kurz vor Beginn der Hannover Messe wächst die Sorge im Gastgewerbe: Der geplante Warnstreik im Nahverkehr in Hannover könnte die Anreise Tausender Besucher erheblich erschweren. Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Niedersachsen warnt vor spürbaren Auswirkungen auf die Branche.