DEHOGA fordert Stromsteuersenkung für alle Betriebe
Die Hotellerie und Gastronomie sollen bei der Stromsteuer entlastet werden. Dafür macht sich der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) gemeinsam mit zwölf weiteren Verbänden und Organisationen stark. In einem Appell vom 29. Oktober 2026 fordern sie die Bundesregierung auf, die Stromsteuer für alle Unternehmen und private Haushalte schnellstmöglich und dauerhaft auf das europäische Mindestmaß zu senken.
Der Verbändebrief richtet sich an die Bundesregierung und knüpft an die jüngsten Initiativen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der Ministerpräsidentenkonferenz an. Beide hatten sich für eine Ausweitung der Stromsteuersenkung ausgesprochen. Aus Sicht der Verbände müssen den politischen Ankündigungen nun konkrete Maßnahmen folgen.
Stromsteuer soll auch für Hotellerie und Gastronomie sinken
Bislang profitieren von der Stromsteuersenkung vor allem die Industrie, das produzierende Gewerbe sowie die Land- und Forstwirtschaft. Private Haushalte und zahlreiche weitere Unternehmen sind von der bisherigen Entlastung ausgenommen.
Das soll sich nach dem Willen der Verbände ändern. Eine Senkung auf das europäische Mindestmaß könne dazu beitragen, die anhaltend hohen und schwankenden Energiekosten für Unternehmen und Verbraucher zu verringern. Zugleich verbessere sie die Liquidität der Betriebe und schaffe bessere Voraussetzungen für Investitionen.
Für Hotels und Gastronomiebetriebe ist die Forderung angesichts des Strombedarfs im laufenden Betrieb relevant. Kühlung, Küchentechnik, Lüftung und Beleuchtung gehören ebenso zu den Energieverbrauchern wie Wäschereien und Wellnessbereiche in der Hotellerie.
Verbände warnen vor Verzögerungen bei der Entlastung
In ihrem Schreiben betonen die Unterzeichner, dass die Stromrechnungen bereits heute bezahlt werden müssten. Eine Steuersenkung dürfe deshalb nicht davon abhängig gemacht werden, ob künftig zusätzliche finanzielle Spielräume im Bundeshaushalt entstünden.
Die Verbände argumentieren zudem, dass eine breite Entlastung selbst wirtschaftliche Impulse auslösen könne. Niedrigere Stromkosten stärkten die Kaufkraft privater Haushalte, verbesserten die finanzielle Situation der Unternehmen und könnten Investitionen attraktiver machen.
Darüber hinaus sehen die Unterzeichner einen Zusammenhang zwischen bezahlbarem Strom und der weiteren Elektrifizierung von Wirtschaft, Gebäuden und Verkehr. Günstigere Strompreise könnten beispielsweise Investitionen in Wärmepumpen, Elektromobilität, Speicher und elektrifizierte Produktionsprozesse unterstützen.
Wüst und Schnieder erhöhen den politischen Druck
Auch aus der Politik kommen Forderungen nach einer schnellen Umsetzung. Vor der Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin hatte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) eine Stromsteuersenkung für private Haushalte, Handwerk, Handel und Dienstleistungsunternehmen verlangt. Er verwies auf eine mögliche jährliche Entlastung von mehr als fünf Milliarden Euro.
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) sprach sich ebenfalls für eine schnelle Senkung aus. Im Gespräch mit dem rbb24 Inforadio brachte er den 1. Januar als möglichen Starttermin ins Spiel.
Die Bundesregierung hatte im Koalitionsvertrag angekündigt, die Stromsteuer für alle auf das europäische Mindestmaß zu senken. Die vollständige Umsetzung steht jedoch noch aus. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatte Zweifel geäußert, ob sich die Ausweitung dauerhaft finanzieren lasse.
Dehoga und zwölf weitere Organisationen appellieren an die Bundesregierung
Neben dem Dehoga gehören unter anderem der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), der Handelsverband Deutschland (HDE), der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) zu den Unterzeichnern.
Gemeinsam fordern sie eine unbürokratische und möglichst schnell wirksame Entlastung. Die Bundesregierung solle den politischen Impuls aufgreifen und die Stromsteuer dauerhaft für alle Unternehmen und private Haushalte senken. Damit würde zugleich ein zentrales Vorhaben des Koalitionsvertrags umgesetzt.
(dpa/Dehoga/KAGI)