Verband fordert

DEHOGA: Berufsschulen sollen ihre Ausbildungsqualität erhöhen

An den Berufsschulen ist bei der Ausbildungsqualität noch Luft nach oben. Gemeinsam mit Gewerkschaftsvertretern fordert Guido Zöllick, Präsident des DEHOGA Bundesverbands, eine Qualitätsoffensive, um mehr junge Menschen für Berufe im Gastgewerbe zu motivieren.

Freitag, 02.06.2017, 10:03 Uhr, Autor: Felix Lauther
Guido Zöllick, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes

Guido Zöllick, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes hat konkrete Vorstellungen, was sich hinsichtlich der Ausbildungsqualität an deutschen Berufsschulen ändern muss. (© DEHOGA Bundesverband)

Mit Blick auf den in Stuttgart stattfindenden KMK-Bildungskongress „Berufliche Bildung – Analysen, Trends und Perspektiven“ begrüßt der DEHOGA Bundesverband die Erklärung von KMK, BDA und DGB, sich gemeinsam für starke Berufsschulen einzusetzen. Gastronomie und Hotellerie gehören mit rund 54.000 Azubis zu den größten Ausbildungsbranchen des Landes. „Das System der dualen Berufsausbildung ist dabei jetzt und in Zukunft der wichtigste Weg für die Qualifizierung des Branchennachwuchses“, so Guido Zöllick, der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bundesverband).

Zöllick konkretisiert die Forderungen in Richtung Politik:

  • Im Rahmen der Allianz für Aus- und Weiterbildung sollte sich der Bund gegenüber der Kultusministerkonferenz für eine Qualitätsoffensive an Berufsschulen einsetzen, die vor allem eine praxisnahe Lehrerfortbildung, die Sicherung des Fachpraxisunterrichts, eine zeitgemäße Ausstattung und die Bildung von Fachklassen umfasst.
  • Von zentraler Bedeutung für eine gute Ausbildung ist die Unterrichtsqualität in den Berufsschulen. Gefordert ist eine zeitgemäße Ausstattung. Mit Sorge beobachten wir die Tendenz zur Reduzierung oder Abwertung von Fachpraxisunterricht. Praktisches Üben von Grundlagen muss nicht nur in den Betrieben, sondern auch im Berufsschulunterricht erfolgen, um die großen Unterschiede im betrieblichen Ausbildungsalltag auszugleichen. Berufsschulen müssen dafür z. B. über moderne Küchentechnik  oder EDV-Reservierungssysteme verfügen.
  • Wir brauchen Lehrer, die mit Fachkompetenz und Überzeugung einen praxisbezogenen Unterricht anbieten und Lernort-Kooperationen zwischen DEHOGA, Ausbildungsunternehmen und Schule nutzen. Dafür ist die Lehreraus- und -fortbildung von besonderer Bedeutung. Der DEHOGA weiß das große Engagement vieler Berufsschullehrer für unseren Nachwuchs und den intensiven Austausch außerordentlich zu schätzen.
  • Was den betrieblichen Teil der Ausbildung angeht, so müssen die Unternehmen bei der Ausbildung pragmatisch unterstützt werden. Hohe Bedeutung hat die Förderung der betrieblichen Ausbildung lernschwächerer Jugendliche, z. B. durch ausbildungsbegleitende Hilfen.

(DEHOGA Bundesverband / FL)

 

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