Infektionsschutz

„2G plus stürzt Betriebe in Existenznot“

Angela Inselkammer
Angela Inselkammer, Präsidentin des Dehoga Bayern, warnt vor panischem Aktionismus. (Foto: © picture alliance/dpa | Nicolas Armer)
Bereits vor der Ministerpräsidentenkonferenz sind Pläne von Bund und Ländern bekannt geworden. Darunter die bundesweite Einführung der 2G-Plus-Regel für die Gastronomie. Der Dehoga Bayern kritisiert das Vorgehen als nicht zielführend.
Freitag, 07.01.2022, 08:00 Uhr, Autor: Natalie Ziebolz

Im Vorfeld der Bund-Länder-Gespräche und dem damit verbundenen Plan, flächendeckend für die Gastronomie 2G plus-Regelungen einzuführen, erklärt Angela Inselkammer, Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes: „Ich warne vor panischem Aktionismus, 2G plus stürzt Betriebe in Existenznot ohne Mehrwert für das Infektionsgeschehen. Die geplante Verschärfung lehnen wir daher kategorisch ab. Der geplante Beschluss käme im ohnehin extrem umsatzschwachen Januar einem Quasi-Lockdown gleich, für viele Betriebe würde sich eine weitere Öffnung nicht mehr rechnen. Zugleich sorgt allein schon die Diskussion darüber zu einer ganz erheblichen Verunsicherung in der Branche, vor allem bei den Mitarbeitern.“

Dehoga-Bayern-Landesgeschäftsführer Dr. Thomas Geppert ergänzt: „Es gibt auch keinen infektiologischen Grund, warum nun ausgerechnet wieder nur in der Gastronomie Verschärfungen angedacht werden. Der Dauer-Lockdown des letzten Winters hat doch bewiesen, dass selbst bei monatelanger Schließung aller Betriebe das Infektionsgeschehen nicht zurückgeht. Einen Bereich, der nachweislich kein Infektionstreiber ist, weiter einseitig zu verschärfen, ist weder nachvollziehbar noch verhältnismäßig. Zudem würde sich das Infektionsgeschehen durch Verlagerungen von Treffen in den privaten Bereich letztlich sogar erhöhen. Anstatt immer nur auf die Gastronomie zu schauen, sollten zunächst andere Bereiche möglichst sicher gemacht werden. Unsere Branche hat bewiesen, dass die bestehende 2G-Regelung funktioniert, die Gastronomie ist nicht Teil des Problems, sondern der Lösung.“

(Dehoga Bayern/NZ)

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