Befragung

Wiens Touristiker fordern erneut offene Geschäfte am Sonntag

Die Hälfte der Einwohner und zwei Drittel der Gäste wünschen sich Einkaufsmöglichkeiten am Sonntag – zumindest in gut frequentierten Tourismuszonen. Tourismus-Spartenobmann Markus Grießler fordert erneut ein Umdenken.

Donnerstag, 02.03.2017, 10:11 Uhr, Autor: Clemens Kriegelstein
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Noch stehen Touristen wie Einheimische an Sonntagen in Wien vor geschlossenen Geschäften. (© Wikimedia)

Dieser Tage wurde eine Befragung des Wien-Tourismus unter der Wiener Bevölkerung veröffentlicht, wie sie zum Tourismus in der eigenen Stadt steht. Die positive Nachricht: 90 Prozent der Befragten sind davon überzeugt, dass Wien, seine Einwohner sowie Unternehmen vom Tourismus profitieren. Dass Wien für Reisende attraktiv ist, macht 82 Prozent zu stolzen Bewohnern. Die Frage, ob sie sich durch Touristen im Alltag gestört fühlten, verneinen ebenfalls 82 Prozent. Drei Viertel (75 Prozent) der Bewohner sehen sich als Bestandteil der Tourismusdestination, die den Eindruck der Gäste mitprägen.

Die überwiegende Mehrheit der Befragten (89 Prozent) bestätigt, dass Wiens Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist. Dazu gehört allerdings auch der Shopping-Tourismus. Und hier spaltet seit einer gefühlten Ewigkeit die Frage nach offenen Geschäften am Sonntag die Stadt. Denn die Möglichkeit, die andere Bundesländer geschaffen haben, nämlich eine legale Sonntagsöffnung in bestimmten Tourismusgebieten, existiert in Wien nicht. Bei der Frage „Welche Bereiche soll die Wiener Tourismuswirtschaft Ihrer Meinung nach in den nächsten Jahren besonders vorantreiben?“ halten 50 Prozent der Befragten die Öffnung von Geschäften am Sonntag für den Tourismus „sehr wichtig“ bis „wichtig“, 19 Prozent sind indifferent, 30 Prozent lehnen sie ab. Dieses Ergebnis nahm der Obmann der Sparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Wien, Markus Grießler, zum Anlass ebenfalls auf eine Umfrage der WK zu verweisen, nach der 65 Prozent der Gäste offene Geschäfte am Sonntag wollen. „Die Touristen möchten in Wien shoppen. Und sie sollen ihr Geld auch hier und nicht in London, Paris oder Rom ausgeben“, so Grießler.

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