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Unfallversicherung auch im Homeoffice?

Aufgrund der Corona-Krise ermöglichen viele Arbeitgeber ihren Beschäftigten, von zuhause aus zu arbeiten. Doch was ist, wenn im häuslichen Umfeld ein Unfall passiert?

Donnerstag, 02.04.2020, 11:00 Uhr, Autor: Thomas Hack
Ein Unfall im HomeOffice

Welche Rechtslage gilt bei einem Unfall im Home Office? Experten geben Antwort. (© Antonioguillem/stock.adobe.com)

Wann ist es im Homeoffice ein Arbeitsunfall und wann nicht? Laut einer Pressemitteilung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) gilt grundsätzlich: Ein Unfall infolge einer versicherten Tätigkeit ist ein Arbeitsunfall und steht damit unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Maßgeblich ist dabei nicht unbedingt der Ort der Tätigkeit, sondern die Frage, ob die Tätigkeit in einem engen Zusammenhang mit den beruflichen Aufgaben steht – das Bundessozialgericht spricht hier von der Handlungstendenz.

Private Tätigkeiten im Büro nicht unfallversichert

Das heißt zum Beispiel: Fällt eine Versicherte die Treppe hinunter und verletzt sich dabei, weil sie im Erdgeschoss die unterbrochene Internetverbindung überprüfen will, die sie für die dienstliche Kommunikation benötigt, wäre dieser Unfall versichert. Fällt sie hingegen die Treppe hinunter, weil sie eine private Paketsendung entgegennehmen will, wäre dies nicht versichert. Denn eigenwirtschaftliche – das heißt private – Tätigkeiten sind auch im Büro grundsätzlich nicht gesetzlich unfallversichert.

Schwierige gesetzliche Abgrenzungen

Die Abgrenzung zwischen versicherter und unversicherter Tätigkeit ist gerade im Homeoffice nicht ganz einfach. Es stellt sich zum Beispiel die Frage, welche Wege im Homeoffice versichert sind. Einige Urteile des Bundessozialgerichtes hat es dazu schon gegeben. So gelten die Wege zur Toilette oder zur Nahrungsaufnahme in der Küche als eigenwirtschaftliche Tätigkeiten und sind damit im Homeoffice nicht versichert. (dguv.de/TH)

 

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