Betrugsvorwurf

Täuschten britische Touristen massenhaft Erkrankungen vor?

Einige britische Anwaltskanzleien, die sich auf Reiserecht spezialisiert haben, sind ins Visier des Justizministeriums geraten. Der Vorwurf: Sie sollen angeblich massenhaft britische Touristen in spanischen Hotels aufgesucht haben, um gemeinsam einen kriminellen Abzock-Plan zu schmieden.

Dienstag, 21.02.2017, 10:00 Uhr, Autor: Felix Lauther
Mann mit Bauchweh auf Toilette

Einige britische Anwaltskanzleien stehen im Verdacht, massenhaft spanische Hoteliers betrogen zu haben. (© gmstockstudio / fotolia)

Diese Masche infizierte eine Reihe von britischen Anwaltskanzleien, die sich auf Reiserecht spezialisiert haben. Das britische Justizministerium ist einem betrügerischen Komplott auf der Spur, unter dem viele spanische Hotels zu leiden haben. Windige Anwälte sollen gezielt britische Touristen vor Ort aufgesucht und dazu ermutigt haben, bei Hotels und Veranstaltern für vermeintliche Magen-Darm-Erkrankungen Schadenersatzansprüche geltend zu machen. Das berichtet das Reiseportal gloobi.de. Wie spanische Hotelverbände beklagen, sollen Mitarbeiter der Kanzleien auf Touristen-Fang gegangen sein. Sie brachten britische Hotelgäste angeblich dazu, die Hotelmitarbeiter und ihre Reiseveranstalter zu belügen: Man hätte durch verdorbenes Essen im Hotel eine schlimme Magen-Darm-Erkrankung bekommen, wonach man nun Schmerzensgeld verlange. Hotels, die dieser Masche auf den Leim gingen, hätten die Ansprüche der Urlauber beglichen. Ein Großteil der ergaunerten Beträge sollen auf die Konten der Kanzleien geflossen sein. Laut dem Fachmagazin „Travel Weekly“ begrüße es der britische Tourismusverband Abta, dass diese Fälle nun von den Justizbehörden offiziell untersucht werden. Die Fälle hätten nach Angaben eines Sprecher des Justizministeriums „höchste Priorität“, wie die Zeitung „Mail on Sunday“ schreibt. (gloobi.de / FL)

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