Spitzengastronomie

Sternekoch von Staatsanwaltschaft angeklagt

Nach der umstrittenen Sternevergabe seitens des Guide Michelin muss der frühere Pächter der „Alten Vogtei“ nun vor Gericht – wegen Betrugs und offener Rechnungen. Dieser hat sich jedoch in die Schweiz abgesetzt.

Dienstag, 05.03.2019, 09:34 Uhr, Autor: Thomas Hack
Das ehemalige Gourmetrestaurant Alte Vogtei

Nach der umstrittenen Sternevergabe an die „Alte Vogtei“ geht der Eklat in die nächste Runde: Pächter Lars Volbrecht wurde angeklagt, hat sich jedoch in die Schweiz abgesetzt. (© picture alliance/Oliver Willikonsky/Fotolia/pixabay/Monatge:TH)

Wie wir bereits in einem Artikel berichteten, hat der Guide Michelin dem Spitzenrestaurant „Alte Vogtei“ in Köngen bei Esslingen einen Stern vergeben, obwohl das Lokal eigentlich seit vielen Monaten geschlossen hatte. Doch das Restaurant gerät auch weiterhin nicht aus den Schlagzeilen, denn dem früheren Pächter droht nun auch noch ein Prozess wegen Betrugs. Ein Sprecher des Amtsgerichts Böblingen bestätigte dieser Tage, dass eine entsprechende Anklage der Staatsanwaltschaft Stuttgart vorliege. Zuvor hatten Zeitungen über Ermittlungen und Anklage berichtet. Ein Punkt betreffe offene Rechnungen für die Übernahme von Inventar und Medienberichten zufolge hätten Betreiber Lars Volbrecht und seine Gattin Nadine eine Vielzahl unbezahlter Rechnungen zurückgelassen, bevor sie sich still und heimlich in die Schweiz absetzten. Das Ehepaar soll diese Anschuldigungen auch unverblümt gestanden haben.

„Als Koch erledigt!“
Nachdem der Hotel- und Restaurantführer Guide Michelin in der vergangenen Woche in Berlin seine Deutschlandausgabe 2019 vorgestellt hatte, war bekannt geworden, dass die mit einem Stern ausgezeichnete „Alte Vogtei“ bereits seit Monaten geschlossen war und in der bisherigen Form nicht wieder eröffnet wird. Nach Angaben des Gerichtssprechers konnte die Anklage bisher nicht zugestellt werden, weil Küchenchef und Betreiber Lars Volbrecht aufgrund seines Schweizaufenthalts per Post nicht zu erreichen war. Die Stuttgarter Zeitung zitierte Volbrecht mit dem Hinweis, er wolle „eine saubere Lösung finden“, wobei offene Rechnungen  nach und nach beglichen werden würden. Volbrecht bestreitet demnach jede Betrugsabsicht. Neuen Gerüchten zufolge soll der ehemalige Vogtei-Pächter bei der Stadt Chur aber nun ein neues Gourmet-Restaurant eröffnen wollen. Was seine früheren Kollegen darüber denken? Die Onlinezeitung „Der Teckbote“ jedenfalls zitiert ein früheres Teammitglied Volbrechts mit den Worten: „Nach dieser ganzen Geschichte mit dem Michelin-Stern ist sein Ruf kaputt. In meinen Augen ist er als Koch erledigt!“

 

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