Onlineplattformen

Neues EU-Gesetz stärkt Verhandlungsmacht der Gastgeber

Das Gastgewerbe in Europa begrüßt die Platform-To-Business Regulierung „P2B-Verordnung“. Die neue EU-Regelung soll für mehr Transparenz sorgen und die Verhandlungsmacht der Gastgeber gegenüber Online-Plattformen stärken.

Montag, 13.07.2020, 12:25 Uhr, Autor: Thomas Hack
Ein Handy in einem Hotelzimmer

Eine neue EU-Verordnung soll mehr Transparenz und Fairness in die Beziehungen zwischen Gastgebern und Online-Vermittlern bringen. (©zhu difeng/stock.adobe.com)

Das europäische Gastgewerbe steht offensichtlich ganz hinter der Platform-To-Business Regulierung „P2B-Verordnung“, mit welcher nun eine neue EU-Gesetzgebung in Kraft getreten ist. Diese soll einen bedeutenden Schritt hin zu mehr Transparenz und faireren Bedingungen für Unternehmen der Branche in ganz Europa in ihren Geschäftsbeziehungen mit den Internet-Giganten darstellen. Hotels und Restaurants könnten von der „P2B-Verordnung“ einige Verbesserungen im Umgang mit Online-Plattformen erwarten, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Die neue Verordnung soll dabei mehr Transparenz und Fairness in die Beziehungen der Gastgeber und Online-Vermittlern bringen, unter anderem bei folgenden Aspekten:

  • Ein gründlicheres Verständnis und weniger Ermessensspielräume bei Ranking- und Suchergebnissen, wodurch fundiertere Geschäftsentscheidungen ermöglicht werden.
  • Wirksame interne Beschwerdemechanismen müssen sicherstellen, dass die Anliegen der Unternehmen vollständig und zeitnah behandelt werden.
  • Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Online-Plattformen gegenüber Unternehmen sollen klarer und Anpassungen leichter vorhersehbar sein.
  • Alle potenziellen Sanktionen, die von Online-Plattformen gegen Unternehmen verhängt werden, müssen transparent und begründet sein.

„Ein Meilenstein in den Geschäftsbeziehungen mit den Plattformen!“

„Das europäische Gastgewerbe erachtet die ‚P2B-Verordnung‘ als einen Meilenstein in den Geschäftsbeziehungen mit Plattformen, den wir vor mehr als zehn Jahren initiiert und nun erreicht haben. Sie wird die Beziehungen zwischen Plattformen und Hoteliers, die bisher ungerecht und unausgewogen waren, verbessern. Wir hoffen, dass diese Verordnung auch einen Schritt in Richtung eines verstärkten und nachhaltigen Wettbewerbs im Online-Vertrieb markiert“, sagte Markus Luthe, Vorsitzender der Distribution Working Group von HOTREC und Hauptgeschäftsführer des Hotelverbandes Deutschland (IHA).

Verhandlungsmacht der Hoteliers stärken

Laut einer Untersuchung von HOTREC wurden im Jahr 2019 etwas weniger als 30% aller Hotelbuchungen in Europa über Online-Plattformen getätigt. Fast 85% dieser Buchungen werden über Plattformen getätigt, die letztlich zu nur zwei Unternehmen gehören, von denen eines einen Marktanteil von fast 70% hat. Es ist daher zu erwarten, dass die „P2B-Verordnung“ dazu beiträgt, die bisher geringe Verhandlungsmacht der Hoteliers gegenüber den Internet-Giganten zu stärken.

 

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