Tourismus

Kabinett verlängert Reisewarnungen in 160 Länder

Sommerurlaub in EU-Staaten ist prinzipiell wieder möglich. Doch die Bundesregierung hat die Reisewarnungen für 160 andere Länder nun bis Ende August verlängert.

Mittwoch, 10.06.2020, 09:52 Uhr, Autor: Thomas Hack
Ein Kamel in Ägypten

Deutsche Urlauber, die dieses Jahr nach Ägypten wollten, könnten enttäuscht werden. (© DWP/stock.adobe.com)

Die deutsche Bundesregierung hat beschlossen, die Reisewarnung für mehr als 160 Länder außerhalb der EU bis zum 31. August verlängern. Diesbezüglich sollen aber gegebenenfalls Ausnahmen für einzelne Länder gemacht werden, die bestimmte Auflagen erfüllen. In einem Kriterienkatalog dafür sollen die Entwicklung der Infektionszahlen, die Leistungsfähigkeit der Gesundheitssysteme, Testkapazitäten, Hygieneregeln und Einreisebeschränkungen berücksichtigt werden. Maas hatte am 17. März nach Ausbruch der Corona-Pandemie eine Reisewarnung für Touristen für alle rund 200 Länder der Welt ausgesprochen.

Nur noch „Reisehinweise“ für EU-Länder

In der vergangenen Woche beschloss das Bundeskabinett, die Reisewarnung am 15. Juni für 31 europäische Länder aufzuheben. Dazu zählen die 26 Partnerländer Deutschlands in der EU, Großbritannien sowie Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein. Für 29 Länder erfolgt die Aufhebung am 15. Juni, für Spanien und Norwegen erst später, weil dort noch Einreisesperren gelten. Für diese Länder wird es künftig nur noch sogenannte Reisehinweise geben.

Zahlreiche Beschwerden von Nicht-EU-Staaten befürchtet

Zu den betroffenen Ländern außerhalb der EU zählen auch Hauptreiseländer der Deutschen, allen voran die Türkei, Ägypten, Marokko oder Tunesien. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte angekündigt, noch in dieser Woche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu telefonieren, um mit ihr unter anderem über dieses Thema zu sprechen. Für die Bundesregierung wird es nun schwierig: Jede Aufhebung einer Reisewarnung für ein Land außerhalb der EU könnte andere Länder verärgern. Wenn die Reisewarnung für die Türkei aufgehoben wird, könnte sich Ägypten beschweren – und einen Rattenschwanz nach sich ziehen. (dpa/TH)

 

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