Unlauterer Wettbewerb

Holidaycheck verklagt Bewertungsbetrüger

Das Hotelbewertungsportal Holidaycheck hat nach einem Bericht einer MDR-Sendung ein Netzwerk gefälschter Bewertungen aufgedeckt und Klage vor Gericht eingereicht. Hoteliers halfen bei der Aufdeckung mit. 

Donnerstag, 11.04.2019, 10:00 Uhr, Autor: Thomas Hack
Ein Hacker an einem Computerbildschirm

Holidaycheck geht nun rechtlich gegen mindestens eine jener Agenturen vor, die falsche positive Bewertungen anbieten. (© WrightStudio/Fotolia)

Das Bewertungsportal Holidaycheck geht offensichtlich massiv gegen Bewertungsbetrüger im Internet vor und ist nun sogar vor Gericht gezogen. Holidaycheck-Vertriebsleiter Georg Ziegler sagte dem MDR-Magazin, dass explizit eine Berichterstattung einer MDR-Verbraucher-Sendung Anlass für eine interne Überprüfung gewesen sei. „Voss & Team“ hatte im November 2018 öffentlich gemacht, dass sich Hotelbetreiber über spezielle Agenturen falsche positive Bewertungen kaufen, um ihre Attraktivität und Buchungszahlen bei Onlineportalen wie Holidaycheck oder Tripadvisor zu steigern und damit auch ihre realen Umsätze. Gegen mindestens eine dieser Agenturen geht Holidaycheck nun wegen unlauteren Wettbewerbs gerichtlich vor. Das bestätigte Vertriebsleiter Ziegler „Voss & Team“.

Hoteliers halfen bei der Beweisfindung
Die verklagte Agentur habe Holidaycheck im Jahr 2016 schon einmal anwaltlich versichert, nur echte Kunden um Bewertungen zu bitten. „Wir haben nun durch die MDR-Recherche 2018 und auch über die Mithilfe der Hoteliers genügend Beweise sammeln können, um diese anwaltliche Versicherung von 2016 zu widerlegen und tatsächlich Klage einzureichen.“ Das Landgericht München verhandelt darüber. „Wir möchten den aktuellen Fall auch zum Anlass nehmen, noch mehr Wahrnehmung für das Thema zu schaffen und einfach auch für Rechtsprechung zu sorgen in diesem konkreten Fall“, sagte Ziegler. Das Onlineportal habe die eigenen Prüf-Standards im Unternehmen nach dem TV-Beitrag verbessert. Es gebe jetzt ein Team von acht Mitarbeitern, um die eigene Plattform nach Hotels abzusuchen, die falsche Bewertungen gekauft haben könnten. (ots/TH)

 

Zurück zur Startseite

Weitere Themen