Reportage

Druck auf Weihnachtsmarkt-Veranstalter steigt rapide an

Angesichts eines Corona-Sommers ohne Großveranstaltungen richten sich die Blicke auf die Weihnachtsmärkte. Die Diskussion läuft weiter – doch die Städte müssen sich bald entscheiden…

Montag, 10.08.2020, 15:10 Uhr, Autor: Thomas Hack
Weihnachtsmarkt Frankfurt

In den Städten wächst allmählich der Druck. Können Weihnachtsmaärkte dieses Jahr stattfinden? Und wenn ja – unter welchen Bedigungen? (©eyetronic/stock.adobe.com)

Zahlreiche große Städte haben die Hoffnungen auf Weihnachtsmärkte trotz der Corona-Pandemie nicht aufgegeben. So wollen viele erst im September entscheiden, ob es die Märkte geben wird, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. Hinter den Kulissen arbeiten Organisatoren schon an Konzepten für die weihnachtlichen Großveranstaltungen unter Pandemie-Bedingungen.

„Originärer Weihnachtsmarkt nicht sehr realistisch“ (Frankfurt)

„Es ist noch keine Entscheidung über die Ausrichtung gefallen», sagt etwa Thomas Feda, Geschäftsführer der Tourismus+Congress GmbH Frankfurt am Main. Bis Mitte September müsse dies wegen der für einen
Weihnachtsmarkt nötigen Verträge und Logistik erfolgen. Viel hänge auch von den weiteren Entscheidungen der Politik ab. Dass der Frankfurter Weihnachtsmarkt wie in den vergangenen Jahr sein wird, sei so gut wie ausgeschlossen: „Ich sehe den originären Weihnachtsmarkt nicht als realistisch an, wenn sich die Situation so weiter entwickelt“, erklärt Feda. Denkbar sei eine Alternative: Andere Abstände, eine Trennung von Gastronomie mit Erfassung der Gäste und ein Bereich fürs Kunsthandwerk ohne Gästelisten. Eine Frage werde dabei aber sein: „Findet man genug Schausteller und Standbetreiber dafür?“

„Kompletter Ausfall wenig wahrscheinlich“ (Fulda)

Auch die Stadt Fulda wartet ab. „Es ist vorgesehen, dass in der ersten Septemberhälfte die Rahmenbedingungen für den Weihnachtsmarkt 2020 festgelegt werden“, erklärt Sprecherin Monika Kowoll-Ferger. Aktuell plane man, für den gesamten Weihnachtsmarktzeitraum ein adventliches Marktangebot zu präsentieren, auch wenn es nicht der ganz normale Weihnachtsmarkt sein sollte. „Grundsätzlich müssen wir uns aber immer nach der aktuellen Lage richten, die sich angesichts der durchaus dynamischen Entwicklung jederzeit ändern kann.“ Für einen kompletten Ausfall gebe es aktuell aber nur eine geringe Wahrscheinlichkeit.

„Einbahnstraßensystem möglich“ (Kassel)

In Kassel sind die Überlegungen etwas konkreter. „Es ist das Ziel, den Märchenweihnachtsmarkt – coronabedingt in einem etwas anderen Format und unter Auflagen – in Kassel stattfinden zu lassen“, erklärt Birgit Kuchenreiter von der Kassel Marketing GmbH. Die arbeite für die Stadt an einem entsprechenden Konzept. „Ein wichtiger Bestandteil könnte dabei eine einheitliche Laufrichtung sein.“ Um größere Aufeinandertreffen so zu vermeiden, könnten in einer Art Einbahnstraßensystem die Besucher durch die Budengassen geführtwerden.

„Schlechte Voraussetzungen“ (Wiesbaden)

Aktuell ist noch keine finale Entscheidung bezüglich der Ausrichtung des Sternschnuppenmarkts in Wiessbaden getroffen worden, teilt das Dezernat des Bürgermeister der Landeshauptstadt mit. Aufgrund der Vorläufe für die Planung müsse die Entscheidung bis Ende August abgeschlossen werden. Weil die Verordnung des Landes zur Beschränkung der Corona-Pandemie verlängert worden sei, „haben sich die Voraussetzungen für die Durchführung eines regulären Sternschnuppenmarkts signifikant verschlechtert“. Die Wiesbaden Congress & Marketing GmbH arbeite gemeinsam mit den Behörden aber an einem Konzept, die Hygiene-Vorgaben einzuhalten.

 

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