Lockdown

Dorint klagt gegen Beherbergungsverbote

Die Hotel- und Gastronomie-Branche hat sich vorbildlich an die Hygiene-Vorschriften gehalten und muss dennoch schließen. Dorint Aufsichtsratschef, Dirk Iserlohe, sieht seine Branche als Bauernopfer des Corona-Aktivismus der Regierung.

Dienstag, 03.11.2020, 14:01 Uhr, Autor: Natalie Ziebolz
Dorint Aufsichtsratschef, Dirk Iserlohe

Dirk Iserlohe sorgt sich weiter um die Branche. Im November noch mehr leere Betten. (Foto: © Honestis AG)

Die Dorint Gruppe sieht sich motiviert Anträge auf die einstweilige Aussetzung der Übernachtungsverbote bei allen zuständigen Oberverwaltungsgerichten zu stellen. Es fehle an der Verhältnismäßigkeit der Anordnungen in Bezug auf die betroffene Branche, reklamiert Dirk Iserlohe, Aufsichtsratsvorsitzender der Dorint Hotelgruppe.

Er begründet dies mit den immensen Investitionen in Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen während und nach dem ersten Lockdown sowie mit der Tatsache, dass sich in den Dorint Hotels & Resorts noch kein Gast infiziert hat. Der Unternehmer beruft sich zudem auf die Statistik des Robert Koch Instituts (RKI), aus der hervorgeht, dass Hotels keine signifikanten Infektionsquellen darstellen und damit statistisch keinen relevanten Beitrag zur Verbreitung des Corona-Virus leisten. Daher sieht Iserlohe die neuen Restriktionen als eine ungerechte und unangemessene Benachteiligung des gesamten Gastgewerbes.

Hinzu kommt, dass das RKI festgestellt hat, dass die privaten Haushalte die Hauptinfektionsquellen darstellen, da dort der Abstand nicht gewahrt wird. Zwangsläufig werden daher nun potenzielle Hotelgäste in private Quartiere ausweichen, die nicht kontrollierbar sind – und auch nicht kontrolliert werden sollen. Durch den erneuten Lockdown wurden Gäste, die den Preis für hygienisch einwandfreie Urlaubsziele bereits bezahlt haben, regelrecht aus den Destinationen „vertrieben“.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen hat die Bundesregierung laut Iserlohe nicht durchdacht. Obwohl rechtzeitig von den führenden Virologen auf das Infektionsgeschehen in Herbst und Winter hingewiesen worden ist, wurden keine konkreten Unterstützungsprogramme für den geplanten Lockdown erarbeitet, um so die zu erwartenden wirtschaftlichen Schäden zu kompensieren. Die Umsatzausfälle in der Hotel- und Gastronomiebranche sind jetzt schon enorm und das Wirtschaftsjahr faktisch jetzt schon zu Ende, denn selbst wenn der Lockdown am 30. November ausläuft, rechnen die betroffenen Hoteliers nicht wieder mit sofortigen Buchungen. Vielmehr noch gehen inzwischen viele davon aus, dass der Lockdown verlängert wird. Der Hotelunternehmer ist sich daher sicher: „Das alles führt jetzt dazu, dass die Hotellerie und Gastronomie durch den erneuten Lockdown – ohne entsprechend ausgereifte Programme, Hilfen und Unterstützungsmaßnahmen – zu einem politischen Bauernopfer wird.“

(Dorint/NZ)

 

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