Diskussion um Schutzmaßnahmen

„Wir haben immer noch schwierige Monate vor uns“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fordert, den bundesweiten Corona-Ausnahmezustand im November auslaufen zu lassen. Niedersachsens Regierungschef mahnt, nichts zu überstürzen – gerade mit Blick auf Herbst und Winter.

Mittwoch, 20.10.2021, 09:50 Uhr, Autor: Natalie Ziebolz
Stephan Weil

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil mahnt zur Vorsicht an, wenn es um die Aufhebung der Schutzmaßnahmen geht. (Foto: © picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte)

Mehrere prominente Stimmen fordern bereits, den bundesweiten Corona-Ausnahmezustand im November auslaufen zu lassen. Ministerpräsident Stephan Weil warnt vor einem vorschnellen Aus aller Corona-Maßnahmen. „Was keinesfalls passieren darf mit Blick auf den Herbst und Winter, ist ein ersatzloses Streichen der Schutzregeln“, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. „Wir haben immer noch schwierige Monate vor uns.“ Er betonte, vor dem Herbst und Winter mit wieder höheren Infektionsrisiken in Innenräumen gelte es, vorsichtig zu bleiben. „Wir sehen, dass in der Gruppe der Ungeimpften die Inzidenzen noch wesentlich höher sind“, sagte er. Man werde daher „sehr genau hinschauen müssen, wie der Bund sich in dieser Frage aufstellt“.

Impfquote erhöhen

Auch Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) bleibt skeptisch: Es sei noch nicht an der Zeit, sich ganz von den Schutzregeln zu verabschieden. „Ich kann mich da nur der Sicht von Daniela Behrens anschließen“, so Weil und ergänzte: „Wir müssen versuchen, die Impfquote insgesamt noch weiter zu erhöhen.“ Dies sei ihm auch bei einer Reise nach Portugal klar geworden, von der er am Dienstagabend zurückkehrte. Viele Menschen hätten ihm erläutert, dass die hohe Impfbereitschaft dort aus den Erfahrungen der heftigen Corona-Welle stamme, die im Februar durch das Land ging und einen harten Lockdown brachte. „Und heute steht Portugal sehr gut da“, so Weil. „Die deutlich besseren deutschen Erfahrungen in der Pandemie machen uns das Werben ums Impfen im Vergleich wesentlich schwerer. Das ist schwer einzusehen.“

(dpa/NZ)

 

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