ÖHV Wahlcheck

Tourismuspolitik am Prüfstand

In Österreich finden am 26. September die Landtagswahlen statt. Die ÖHV hat sich im Zuge dessen mit der Tourismuspolitik der Parteien auseinandergesetzt. Vor allem der Arbeitsmarkt, der Winter mit Corona und die Zukunft des Tourismus sind für die Branche entscheidend.

Donnerstag, 23.09.2021, 15:46 Uhr, Autor: Natalie Ziebolz
Mann wirft Wahlschein in die Urne

Arbeitsmarkt, der Winter mit Corona und die Zukunft des Tourismus in Oberösterreich: die Lösungen der Parteien für die Top-Themen der Branche. (Foto: © tinyakov – stock.adobe.com)

„Der stark unter Druck geratene touristische Arbeitsmarkt sowie Lösungen und Hilfen für ein stabiles und dynamisches Wirtschaften sind die wichtigsten mittel- bis langfristigen Themenbereiche, denen sich die künftige Landesregierung stellen muss“, betont Sophie Schick, Vizepräsidentin und oberösterreichische Landesvorsitzende der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV). Nicht zu vergessen: Konzepte für die Stadt- und Businesshotellerie, die von der Krise härter und länger betroffen ist als viele andere Branchen. Im Zuge der anstehenden Landtagswahl fragte die ÖHV bei den wahlwerbenden Parteien nach.

Arbeitsmarkt: den Herausforderungen begegnen

  • Auf unterschiedliche Ansätze, die zum Teil auch bereits in Umsetzung sind, wie der heuer mit rund 342 Mio. Euro dotierte Pakt für Arbeit und Qualifizierung, eine Erhöhung der Mobilität, Imageinitiativen und Anreizsysteme zur Attraktivierung der Tourismusjobs oder ein weiterhin starker Fokus auf Qualifikation und Senkung der Drop-Out-Raten in Lehre und Tourismusschule, setzt die ÖVP – die Oberösterreich Partei beim Top-Thema Arbeitsmarkt.
  • Die Grünen OÖ wollen mit der Stärkung ganzjähriger Tourismuskonzepte Arbeitsplätze im Tourismus sichern. Gleichzeitig soll der Tourismusberuf selbst attraktiver werden, um so die offenen Stellen zu besetzen. Kindererziehende Arbeitnehmer sollten durch Erweiterung des Kinderbetreuungsangebots unterstützt werden.
  • Für die NEOS soll der Fachkräftemangel endlich durch eine deutliche Entlastung des Faktors Arbeit – vor allem der zweiten und dritten Einkommensstufe – angegangen werden. Die Lehre solle durch eine umfassende Modernisierung wieder attraktiver werden.

Rahmenbedingungen, um stabil und dynamisch zu wirtschaften

  • Die in den letzten Jahren für Investitionen in die Qualität der Hotelinfrastruktur aufgesetzten Förderprogramme will die ÖVP fortführen. Innerhalb der Meilensteine der Landes-Tourismusstrategie 2022 sollen aktuelle Entwicklungen aufgegriffen und in der Schwerpunktsetzung der nächsten Jahre berücksichtigt werden, um regionale Wirtschaftskreisläufe zu stärken und die oberösterreichische Wirtschaft insgesamt widerstandsfähiger zu machen.
  • Für die FPÖ Oberösterreich ist es wesentlich, dass die touristischen Betriebe durch überbordende Corona-Maßnahmen – insbesondere überzogene Kontroll- und Dokumentationspflichten – nicht weiter unter Druck geraten. Aufgrund des enormen Mehraufwands wird die Abwälzung von behördlichem Corona-Management auf die einzelnen Betriebe kritisch gesehen. Um Planungssicherheit und Vertrauen zu erzeugen, seien verständliche, praxistaugliche und einheitliche Maßnahmen notwendig. Eine mitentscheidende Rolle spielen und Gehör finden bei allen Überlegungen müsse die Wirtschaft, insbesondere der Tourismus.
  • Die Grünen setzen auf Tourismusprojekte, die wirtschaftliche Chancen und befriedigende Arbeitsplätze eröffnen, Naturräume und Ressourcen schonen und eine klimaneutrale Mobilität fördern. Erreicht werden soll das durch Initiierung von Leuchtturmprojekten des nachhaltigen Tourismus und über finanzielle Förderangebote. Im Städtetourismus müsse auf die Verbesserung der Erholungsqualität durch Verkehrsberuhigung in den Stadtzentren gesetzt werden bei gleichzeitigem Ausbau öffentlicher und klimaschonender Verkehrsinfrastruktur sowohl im inner- als auch im außerstädtischen Bereich.
  • Wirtschaftshilfen nach dem Vorbild des Vorschlags des designierten WIFO-Chefs Gabriel Felbermayr (sog. Verlustkompensation), d.h. zielgerichtete Hilfe für betroffene Unternehmen über das Finanzamt, fordern die NEOS. Leider vergebens haben sich die NEOS auf Bundesebene für die Einführung eines Veranstaltungsfonds starkgemacht: Veranstaltungen, die Nächtigungen in Städten mit sich bringen, sollten zu einem gewissen Teil gefördert werden.

Alle ausführlichen Antworten und Lösungsvorschläge können Sie hier nachlesen.

(ÖHV/NZ)

 

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