Bürokratieabbau

Tourismusbranche fordert flexiblere Arbeitszeiten

Die Bundesregierung hat nun die Eckpunkte einer neuen Tourismusstrategie vorgelegt. Was genau passieren soll, ist noch unklar, doch die Branche selbst hat bereits ganz klare Vorstellungen.

Montag, 06.05.2019, 09:54 Uhr, Autor: Thomas Hack
Ein Kellner mit Tellern auf der Hand

Die Tourismusbranche fordert von der Politik Entlastungen bei Bürokratie und Arbeitsrecht. Auch die starre tägliche Höchstarbeitszeit sei ihr zufolge nicht zeitgemäß. (© Marko Novkov/Fotolia)

Weniger Bürokratie, flexiblere Arbeitszeiten – die Tourismuswirtschaft hat die Bundesregierung zu zügigen und konkreten Maßnahmen aufgefordert, um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu steigern. Der Generalsekretär des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), Michael Rabe sagte, bislang verlören die Unternehmen durch „überbordende Bürokratie und praxisfremde Regelungen“ viel zu viel Zeit und Geld. Auch der Dehoga forderte die Politik zu konkreten Taten auf. „Für uns gehören dazu an vorderster Stelle die längst überfällige Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes, der konsequente Abbau von Bürokratie sowie die dringend benötigte faire Besteuerung der Gastronomie“, ließ Dehoga-Präsident Guido Zöllick dazu verlauten.

„Ärmel hochkrempeln, Probleme angehen – und zügig lösen!“
Die Bundesregierung hat auch bereits die Eckpunkte für eine erste nationale Tourismusstrategie vorgelegt, wobei konkrete Maßnahmen bis Anfang 2020 mit den Ländern und der Branche erarbeitet werden sollen. Rabe dagegen beklagte, die Unternehmen könnten nicht darauf warten, bis ein noch zu erarbeitender Aktionsplan in Bewegung komme. „Ärmel hochkrempeln, Probleme – im Sinne der Eckpunkte der Tourismusstrategie – angehen und zügig lösen, das ist deshalb unser Appell an die Politik.“ Er beklagte steuerliche Ungerechtigkeiten wie etwa durch einen uneinheitlichen Steuersatz auf Speisen und sagte weiter: „Meldescheine in den Hotels müssen im digitalen Zeitalter nach wie vor analog auf Papier unterschrieben werden. Langsames Internet im ländlichen Raum lässt viele Unternehmer und ihre Gäste verzweifeln und das aktuelle Arbeitszeitgesetz verhindert die notwendige Flexibilität bei der Verteilung der Arbeitszeiten.“ All das belaste die Betriebe enorm.

Starre Arbeitszeit nicht zeitgemäß
Dehoga-Präsident Zöllick begrüßte das strategische Ziel der Bundesregierung, die Wettbewerbsfähigkeit der mittelständisch geprägten Tourismuswirtschaft zu stärken und ihr Freiräume zu belassen. „Jetzt kommt es darauf an, dass die Bundesregierung ihre ambitionierten Ziele zur Förderung der heimischen Tourismuswirtschaft auch in konkrete Taten umsetzt“, sagte Zöllick. „Dabei geht es auch um Anerkennung und Wertschätzung für das, was unsere Unternehmer und Mitarbeiter tagtäglich in ihren Betrieben für die Gäste leisten.“ Die Tourismusbranche fordert von der Politik seit langem Entlastungen bei Bürokratie und Arbeitsrecht. Die starre tägliche Höchstarbeitszeit im Arbeitszeitgesetz sei nicht zeitgemäß, hatte BTW-Präsident Michael Frenzel gesagt. Zudem mache die zunehmende Macht großer internationaler Buchungsplattformen der Branche zu schaffen, da die Wertschöpfung zunehmend ins Ausland abwandere. (dpa/TH)

 

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