Zur Kasse gebeten

Steuerzahler zahlt für Luxushotel auf Norderney

Strukturschwache Tourismusregionen werden vom Bund gerne mit Fördergeldern unterstützt. Auch Investoren haben für ein geplantes 5-Sterne-Hotel auf Norderney eine Finanzspritze vom Steuerzahler erhalten. War das nötig? „Nein“ kritisiert der Bund der Steuerzahler.

Donnerstag, 01.06.2017, 10:16 Uhr, Autor: Felix Lauther
Segelboot auf dem Meer

In Norderney haben Investoren über 7 Millionen Euro Fördergelder für den Bau eines 5-Sterne-Hotels beantragt. (© pixabay.com)

Egal, ob eine Pension in der Uckermark oder ein Luxushotel auf der Nordseeinsel – steuerliche Fördergelder können viele Regionen und Investoren beim Bund beantragen. In Niedersachsen sorgt nun ein Fall für Aufsehen, der manchen Steuerzahler ins Grübeln geraten lässt. Für den Bau eines 5-Sterne-Luxushotels auf der Norderney wanderte eine hohe Summe an Fördergeldern auf das Konto der Bauherren. Mit 14 Millionen Euro finanziert das Wirtschaftsministerium des Landes den Bau von 14 Hotelprojekten. Dabei entfallen laut der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ rund 7,4 Millionen Euro Landesgelder für das Luxushotel auf der Insel Norderney. Weitere 3 Millionen erhalten die Investoren eines 4-Sterne-Hauses auf der Insel Langeoog.

Bernd Zentgraf kritisiert Förderpraxis
Bernd Zentgraf vom Bund der Steuerzahler kann diese Fördersummen nicht nachvollziehen, wie er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ erklärt: „Von den Tourismus-Finanzspritzen in Höhe von 17 Millionen Euro fließen rund 62 Prozent in nur zwei Inselhotels der gehobenen Kategorie. Jeder neu entstehende Dauerarbeitsplatz wird auf Norderney mit rund 10.6000 Euro, auf Langeoog gar mit 208.000 Euro aus öffentlichen Kassen bezuschusst“. Das sei viel Geld für den Steuerzahler. Auch wenn andere Tourismusregionen ähnliche Subventionsmodelle nutzten, sei dies nicht verhältnismäßig. (Neue Osnabrücker Zeitung / FL)

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