Österreich

SPÖ fordert neue kombinierte Ausbildungskonzepte

Aufgrund der aktuellen Personalsituation will die SPÖ die Ausbildung in der Gastronomie und dem Tourismus umkrempeln. Tourismussprecherin Melanie Erasim schlägt eine kombinierte Ausbildung vor.

Dienstag, 28.09.2021, 08:29 Uhr, Autor: Natalie Ziebolz
Melanie Erasim

Nationalratsabgeordnete Melanie Erasim dankte anlässlich des Welttourismustages (27. September) auch allen Beschäftigten der Branche, die helfen, den Tourismus in Österreich neu zu beleben. (Foto: © SPÖ)

„Viele Beschäftigte in der Gastronomie und im Tourismus haben nach den monatelangen Lockdowns die Branche gewechselt und stehen nun nicht mehr zur Verfügung. Das führt zu Personalengpässen in vielen Betrieben“,  erklärt die Tourismussprecherin der SPÖ, Nationalratsabgeordnete Melanie Erasim. Seit Monaten habe die SPÖ von Tourismusministerin Köstinger Konzepte eingefordert, um für die Zeit nach der Krise vorbereitet zu sein. „Das, was wir befürchtet haben, ist eingetreten: Es gab keine Aus- und Weiterbildungsinitiativen, kein sinnvolles Kurzarbeitskonzept und keine ausreichende Unterstützung für die Beschäftigten und ihre Familien.“ Jetzt stehe man vor der Situation, dass tatsächlich sehr viele der Branche den Rücken gekehrt haben und es sehr schwierig sei, ausreichend qualifiziertes Personal zu finden. „Es kann auf Dauer keine Lösung sein, dass hier dann wieder auf noch mehr Fachkräfte aus Drittstaaten zurückgegriffen werden muss. Das ist keine Lösung, das ist eine kurzsichtige Loch-auf-Loch-zu-Politik, die wiederum später den Druck auf den Arbeitsmarkt erhöht.“

Kombi-Ausbildung gefordert

Die SPÖ schlägt daher vor, die Ausbildung in der Gastronomie auf breitere Beine zu stellen: „Es muss Kombinationsausbildungen geben, wie etwa Köchin/Koch in Kombination mit Fooddesignerin/Fooddesigner oder die Kombination Kellnerin/Kellner mit Einzelhandelskauffrau/Einzelhandelskaufmann. Das würde das flexiblere Wechseln zwischen verschiedenen Branchen erleichtern und letztlich auch dem Tourismus helfen“, so Erasim. Es gebe viele Beispiele, wie und was man kombinieren könne. „Die Corona-Pandemie hat nur verdeutlicht, was auch vorher schon sichtbar war. Die Arbeit in Gastronomie und Hotellerie ist oft Schwerstarbeit, die viele nicht ein Arbeitsleben lang durchstehen können. Viele Frauen etwa wechseln die Branche, wenn sie eine Familie gegründet haben, weil Kinderbetreuung und Nachtarbeit nur in den seltensten Fällen vereinbar sind.“ Auch eine freiwillige, staatlich geförderte Vier-Tage-Woche und eine höhere Bezahlung könnten ihrer Meinung nach helfen.

Regierung muss Lösungen erarbeiten

Zur Nachhaltigkeit im Tourismus gehören auch nachhaltige Konzepte für die Beschäftigten in der Branche. „Ich fordere die Regierung auf, gemeinsam mit den Sozialpartnern hier praktikable Lösungen zu erarbeiten und so als Tourismusnation auch ein internationales Vorbild für den Arbeitsmarkt in dieser jetzt wieder wachsenden und für Österreich so wichtigen Branche zu werden“, erklärt Erasim.

(SPÖ/NZ)

 

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