Energiegebühren

Restaurantgäste zahlen für Handystrom

Smartphones und Tablets sind nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken. Auch in Restaurants sind die digitalen Helfer immer dabei, oft auch mit Ladegerät, um den Akku bei Bedarf aufzufrischen. Eine Wiener Wirtin verlangt bereits eine Gebühr für ihren Strom.

Donnerstag, 16.02.2017, 09:38 Uhr, Autor: Markus Jergler
Mann hat Stromschlag bekommen

Muss man im Restaurant bald für das Aufladen seines Handys zahlen? (Foto: © andrea lehmkuhl / fotolia)

Klar, wenn der Akku leer ist, muss er schnellstmöglich wieder aufgeladen werden. Dafür stecken Verbraucher ihr Smartphone in jede freie Steckdose, auch in Restaurants. Logischerweise entstehen den Gastronomen dadurch höhere Kosten beim Stromverbrauch. In Wien erhebt die Besitzerin eines Cafés mittlerweile eine Standardgebühr von einem Euro auf das Laden von Smartphones. Der Hinweis auf die Gebühr sei in der Karte zu finden, so die Wirtin.

Aus juristischer Sicht ist diese Gebühr auf jeden Fall in Ordnung, das bestätigen auch Juristen: „Rechtlich ist diese Gebühr zulässig“, sagt Anja Mayer, Konsumentenschutz-Expertin der Arbeiterkammer (AK) Wien. Bedenken hat sie jedoch hinsichtlich der Informationsvermittlung gegenüber dem Kunden. Mayer ist für eine deutliche Hinweispflicht, damit die Gäste genau wissen, wofür sie welchen Betrag bezahlen müssen – und das bevor sie mit dem Ladeprozess beginnen. Wie Mayer weiterhin mitteilt, befürworte die AK Wien eine derartige Verrechnung nicht, wenn man es aus Konsumentenschutzsicht betrachte.

Was denkt die Gastro-Branche
Mario Pulker, Obmann des Fachverbands Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), sieht eine Handy-Ladegebühr skeptisch: „Als Gastronom finde ich eine solche Gebühr nicht gescheit. Das Aufladen gehört für mich wie das Napserl zum Kaffee zur Dienstleistung dazu“, teilt er mit. Die Stromkosten, welche durch das Aufladen entstehen würden, seien nicht der Rede wert, auch wenn eine derartige Gebühr prinzipiell möglich sei, wenn man den Kunden vorher darauf hinweist. (news.at / MJ)

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