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PR-Ethik-Rat rügt Tourismusverband Seefeld

Pistenraupe im Schnee
Der PR-Gag einer nach Norddeutschland statt nach Tirol gelieferten Pistenraupe hat für Seefeld eine unkontrollierbare Eigendynamik entwickelt. (© Wikimedia)
Die Irrfahrt einer Pistenraupe, die nach Seefeld in Norddeutschland anstatt in den gleichnamigen Ort in Tirol geliefert wurde, ging letzten November mehrere Tage durch die Medien. Bis sich herausstellte, dass es sich nicht um ein echtes Versehen, sondern einen Werbegag handelte.
Donnerstag, 16.02.2017, 09:28 Uhr, Autor: Clemens Kriegelstein

Der PR-Ethik-Rat prüfte den Sachverhalt und sprach jüngst eine Rüge gegenüber dem verantwortlichen Tourismusverband Olympiaregion Seefeld aus. Denn nicht zuletzt hatten sich zahlreiche Medien in die Irre geleitet gefühlt und verärgert reagiert. Die Begründung: Der Tourismusverband Olympiaregion Seefeld mag mit der Aktion keine Irreführung der Medien beabsichtigt haben. Vielmehr handle es sich „um einen Werbegag/Gimmick, den wir für ein Video und nicht als Falschnachricht umsetzen wollten“, so das Originalzitat des Tourismusverbands.

Der springende Punkt ist nach Ansicht des PR-Ethik Rates allerdings, dass diese Irreführung andauerte, d.h. die „Missverständnisse“ wurden über mehrere Tage hinweg nicht aufgeklärt, trotz vieler konkreter Nachfragen von Medien. Stattdessen wurde vom Tourismusverband ein Foto zur Verfügung gestellt, das angeblich eine Dame aus Bad Oldesloe gemacht hatte. Auch gab sich der Geschäftsführer der involvierten Werbeagentur SR1 als Sprecher der Spedition „Fohringer Spezialtransporte“ aus und hielt die Mär der Irrfahrt aufrecht. Weiters wurden O-Töne der beiden Seefelder Bürgermeister angeboten. Und nicht zuletzt verkaufte man der deutschen Bild-Zeitung ein Foto vom „verzweifelten Lkw-Fahrer Zlatko J.“, der das Fiasko verschuldet haben soll. Indes: „Zlatko J.“ ist ein Innsbrucker Kabarettist, der von der Agentur für die Rolle als tollpatschiger Fahrer gebucht wurde. Erst vier Tage nach der Erstmeldung deckte TVB-Geschäftsführer Elias Walser selbst die Aktion auf.

Fazit: Der Tourismusverband Seefeld hatte die Medien über mehrere Tage hinweg im Unklaren gelassen, obwohl die Irreführung längst durch zahlreiche Medienberichte evident war. Zudem brachte der Tourismusverband Personen mit falscher Identität als Ansprechpartner für Journalisten ins Spiel.

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