Bund-Länder-Gipfel

Politiker fordern Signal für Osterurlaub

Während die Reise auf die Balearen erlaubt ist, bleiben Hotels in Deutschland für Privat- und Freizeitgäste geschlossen. Politiker fordern nun vom kommenden Bund-Länder-Gipfel eine Öffnungsperspektive. Markus Söder bringt eine Testpflicht ins Spiel.

Mittwoch, 17.03.2021, 08:32 Uhr, Autor: Kristina Presser
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, fordern vom nächsten Bund-Länder-Treffen klare Signale für den Osterurlaub. (Fotos: ©picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Büttner; picture alliance / Geisler-Fotopress | Steffi Adam/Geisler-Fotopress)

Die große Buchungswelle für Flüge auf die Balearen, allen voran nach Mallorca, hat in Politik- und Gastgewerbekreisen für Entrüstung gesorgt. Während nun wieder Reisen dorthin ohne Quarantäne und Corona-Testungen möglich sind und sich spanische Hoteliers auf deutsche Urlauber freuen, bleiben Hotels hierzulande für Privat- und Freizeitgäste Lockdown-bedingt geschlossen. Hotel-, Gaststätten- und Tourismusverbände hatte bereits scharfe Kritik geäußert. Kürzlich schloss man sich unter dem Hashtag #PerspektiveJetzt zur Social-Media-Kampagne „Tourismus: sicher und verantwortungsvoll“ zusammen, um den Druck für eine Öffnungsperspektive zu erhöhen. Nun melden sich auch Politiker zu Wort und fordern von der kommenden Bund-Länder-Schalte eine klare Fahrtrichtung zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie am kommenden Montag, 22. März 2021.

Tausende Betriebe stehen mit dem Rücken zur Wand

So sagte der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch), man brauche „ein klares Signal für Osterurlaub in Deutschland“. Das Ostergeschäft sei für Viele „der letzte rettende Strohhalm“. Tausende Betriebe stünden finanziell und emotional mit dem Rücken zur Wand, „da darf die Politik nicht mehr länger zusehen“, forderte Aiwanger. Auch aus Sicht des Infektionsschutzes halte er Urlaub in Bayern für besser als auf Urlaubsinseln im Süden mit diversen zusätzlichen Kontakten.

Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hatte rasche Entscheidungen zu Tourismus in Deutschland angemahnt. „Wir werden über Ostern reden müssen“, sagte sie am Dienstag in Schwerin mit Blick auf die bevorstehenden Bund-Länder-Beratungen. „Ich glaube, dass es schwer vermittelbar ist, dass die Bundesregierung einerseits jetzt wieder Urlaub in anderen Ländern freigegeben hat, zum Beispiel Urlaub auf Mallorca, und gleichzeitig kein Urlaub im eigenen Bundesland möglich ist.“

Markus Söder erwähnt Testpflicht

Bayerns Ministerpräsiden Markus Söder lässt derzeit bereits prüfen, ob eine Test-Pflicht von Urlaubsrückkehrern von der spanischen Ferieninsel Mallorca möglich ist. Der Bund müsse überlegen, ob nicht eine verbindliche und deutschlandweit gültige Regelung möglich wäre, sagte er nach einer Kabinetts-Sitzung in München. Das berichtet unter anderem Deutschlandfunk. Alles andere wäre aus seiner Sicht „kein gutes Signal“. In Bayern würden die Flughäfen in jedem Fall mit entsprechenden Testkapazitäten ausgestattet, betonte Söder.

Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges sagte den Funke-Zeitungen: „Es ist für keinen Hotelier nachvollziehbar, warum man auf Mallorca Urlaub machen darf, aber nicht an der Ostsee oder Nordsee. Das kann niemand verstehen – und ich kann es auch niemandem erklären“. Auch an der deutschen Küste gebe es zum Teil niedrige Inzidenzwerte.
(dpa/Deutschlandfunkt/KP)

 

Zurück zur Startseite

Weitere Themen