Modernisierte Lehrberufe

Neue Doppellehre in der Hotellerie

Das soeben von der österreichischen Regierung vorgestellte Lehrlingspaket wird auch als wichtige Maßnahme gegen den Fachkräftemangel im Tourismus gesehen.

Donnerstag, 13.02.2020, 09:20 Uhr, Autor: Clemens Kriegelstein
Junge Köche und Kellner lachen

Ob die neuen Regelungen wirklich dafür sorgen, dass junge Leute scharenweise im Tourismus zu arbeiten beginnen, wird sich erst weisen. (© Andrey Popov/fotolia.com)

In Österreich wurde dieser Tage ein neues Lehrlingspaket verabschiedet. Neu sind 30 Ausbildungsordnungen im Bereich der kaufmännisch-administrativen Lehrberufe sowie der Lehrberuf Masseur. In Summe werden die Ausbildungsverordnungen für 31 Lehrberufe mit neuen und digitalen Inhalten modernisiert. Für den Tourismus heißt das konkret, dass die Berufsbilder für die Lehren Betriebsdienstleister, Hotelkaufmann und Hotel und Gastgewerbeassistent weiterentwickelt und den modernen Anforderungen angepasst werden sollen. Darüber hinaus wird die neue Doppellehre zum Hotel- und Restaurantfachmann geschaffen. Sie vereint beide Ausbildungen, schließt mit einer gemeinsamen Lehrabschlussprüfung ab und dauert vier Jahre. Natürlich kann auch weiterhin jeder dieser beiden Lehrberufe auch alleine absolviert werden.

„Die im Ministerrat beschlossenen neuen Berufsbilder und Lehrausbildungen sind für den Tourismus ein wesentlicher Baustein, um den Bedarf an Fachkräften dauerhaft du decken“, sagt Tourismusministerin Elisabeth Köstinger. „Der Lehrberuf im Tourismus wird mit den Maßnahmen noch zukunftsfitter gemacht und bietet den Absolventen sehr gute Karrierechancen“, so die Ministerin. Derzeit klagen 75 Prozent der österreichischen Tourismusbetriebe über Mitarbeitermangel, 46 Prozent davon sogar über „sehr starken Fachkräftemangel“. Die Branche wird in den kommenden Jahren einen Bedarf von 65.000 zusätzlichen Arbeitskräften haben (Quelle: IHS).

„Zeitgemäß und praxiskonform“

Lob zu den neuen Regelungen kommt auch von Seiten der Wirtschaftskammer (WKÖ): „Das Lehrberufspaket ermöglicht in Zukunft allen Beherbergungsbetrieben, junge Menschen zeitgemäß und praxiskonform auszubilden,“ urteilt etwa Gerold Royda, Bundesausbildungsleiter der Hotellerie der WKÖ.

Betriebe ohne Restaurant können demnach zum einen den Lehrberuf Hotelkaufmann – bei dem nun Tätigkeiten an der Rezeption mit Tätigkeiten im Facility Management und Housekeeping kombiniert werden – anbieten. Zum anderen werden beim Lehrberuf Hotel- und Gastgewerbeassistent auch geringfügig Servicekenntnisse vermittelt, so dass die klassischen Bereiche Frühstücks-, aber auch Seminarservice vom neuen Berufsbild umfasst sind. In Hotels, die auch ein Restaurant betreiben, können zusätzlich zu diesen zwei Lehrberufen auch Hotel- und Restaurantfachleute ausgebildet werden. Diese neue Doppellehre verbindet Rezeption und Service.

 

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