Corona-Schutz

Kommt das Aus für Gesichtsschilder?

Kaffeehauskellner mit Gesichtsschild bei einem Gast
Vor allem Gastro-Mitarbeiter ziehen Gesichtsschilder beim stundenlangen Arbeiten oft einer normalen Maske vor. Doch diesen luftigeren Schildern droht demnächst das Aus. (© Österreich Werbung / 1000things)
Vor allem beim Gastro-Personal sind sie beliebt – die Gesichtsschilder. Doch deren Schutzwirkung ist umstritten und wegen der steigenden Infektionszahlen droht jetzt deren Verbot in Österreich.
Freitag, 16.10.2020, 09:38 Uhr, Autor: Clemens Kriegelstein

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen geht in Österreich – wie in den meisten EU-Ländern – derzeit wieder durch die Decke, was die verantwortlichen Politiker in Alarmstimmung versetzt. Um einen zweiten kompletten Lockdown zu vermeiden, werden daher auch in Österreich jetzt wieder verschärfte Einzelmaßnahmen angedacht, die auch die Gastronomie treffen könnten. Konkret geht es dabei um eine bundesweite Vorverlegung der Sperrstunde sowie um ein Verbot der speziell bei Gastro-Mitarbeitern beliebten Gesichtsschilder. Speziell deren kleine, am Kinn anliegende und oben offene Variante biete so gut wie keinerlei Schutzwirkung, argumentieren immer mehr Experten.

Auch Gesundheitsminister Rudolf Anschober schloss jüngst in einem ORF-Interview bundesweite Verschärfungen bereits in den kommenden Tagen nicht aus. Zu konkreten Maßnahmen wie einem bundesweiten Vorziehen der Sperrstunde sagte Anschober: „Auch das ist Gegenstand unserer Prüfungen. Die Sperrstunde kann eine legitime Methode sein, wenn es darum geht, einen bestimmten Verursacherbereich zu reduzieren. Wenn es zu verstärkten Alkoholisierungen kommt, gibt es ein erhöhtes Risiko. Ich habe es für sehr vernünftig erachtet, dass einzelne Bundesländer die Sperrstunde vorgezogen haben.“

„Drastisch reduzierter“ Schutz

Auch deutete Anschober ein Aus für die vor allem in der Gastronomie statt eines Mund-Nasen-Schutzes zum Einsatz kommenden Visiere an: Man wisse aus Studien, dass der Schutz dadurch gegenüber Mund-Nasen-Schutz „drastisch reduziert“ sei. Deshalb bereite man jetzt schon Maßnahmen vor, damit die Maske, „die auf der Seite zu ist, dass diese das Mittel unseres Handelns in Zukunft in Österreich sein soll“.

Gefragt, ob eine nächtliche Ausgangssperre – wie etwa in Paris – denkbar sei, sagte Anschober: „Auch das wollen wir vermeiden. Ich will mit aller Kraft etwas Ähnliches wie das, was wir im Frühling hatten, vermeiden.“ Aber: „Wir werden stärkere Schutzmaßnahmen brauchen, um keinen Lockdown zu brauchen“, so der Gesundheitsminister im ORF.

Registrierungspflicht in immer mehr Bundesländern

Immer mehr Bundesländer überlegen jetzt außerdem eine Registrierungspflicht für Gäste in Gastronomiebetrieben. Wien und Niederösterreich waren vor wenigen Wochen mit dieser Maßnahme die Vorreiter, jetzt hat auch Tirols Landeshauptmann Günther Platter für sein Bundesland eine solche Registrierungspflicht angekündigt, die ab 19. Oktober gelten soll. Und zuletzt hat auch der Landeshauptmann von Oberösterreich, Thomas Stelzer, ebenfalls eine verpflichtende Gästeregistrierung ab 20. Oktober angekündigt. (ORF/CK)

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