Entscheidung gefallen

Keine Bierpreisbremse auf dem Oktoberfest

Der Stadtrat in München hat die Bierpreisbremse für das kommende Oktoberfest abgelehnt. Der Antrag von Wiesn-Chef Josef Schmid (CSU) ist damit gescheitert. Auch einen zusätzlichen Wiesn-Tag wird es nicht geben.

Mittwoch, 17.05.2017, 13:27 Uhr, Autor: Markus Jergler
Zeichnung Frau mit Bierkrügen in den Händen

Der Münchner Stadtrat hat eine Bierpreisbremse für die Wiesn abgelehnt. (Foto: © jokatoons/fotolia.de)

Bis 2019 sollte der Preis von 10,70 Euro für die Mass Bier auf dem Oktoberfest eingefroren werden, so lautete die Forderung von Bürgermeister Josef Schmid. Mit dieser Bierpreisbremse wollte er verhindern, dass die Wiesn-Wirte die höheren Kosten, welche für die Sicherheit auf dem Oktoberfest anfallen, direkt an die Besucher weiterbelasten. SPD, die Grünen, FDP und die Bayernpartei halten Schmids Idee jedoch „für ein untaugliches und populistisches Mittel“, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Die Gegner der Bierpreisbremse vertreten die Meinung, dass die Wirte, die Mehrkosten genauso gut über höhere Preise für andere Angebote reinholen können.

Nun hat sich der Stadtrat mit großer Mehrheit gegen die Bierpreisbremse entschieden. Stattdessen hat man sich auf eine Umsatzpacht für Betriebe, die Alkohol ausschenken, geeinigt. Zudem wurden höhere Standgebühren für die restlichen Beschicker festgelegt. So will der Stadtrat die etwa zusätzlichen fünf Millionen Euro für die verschärften Sicherheitsvorkehrungen wieder reinholen.

Als Wirtschaftsreferent vertrete Schmid „das Interesse der Wiesnbesucher“. Er wolle vor allem dafür sorgen, dass die Stadt die Mehrkosten dort wieder einfährt, wo auch die größten Gewinne erzielt werden. SPD, Grüne und Bayernpartei sehen das ganz anders. Bürgermeister Schmid fühle sich mit seiner Idee einer Bierpreisbremse scheinbar wie in einer Fahrt mit dem Fünfer-Looping, witzelte Grünen-Stadträtin Lydia Dietrich. Hinaus, hinunter, zahlreiche Kurzen und am Ende wisse man nicht mehr wo oben und unten ist. Wie hoch die Masspreise nun letztendlich steigen werden, bleibt abzuwarten. (Süddeutsche/MJ)

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