Aufruf

Gastwelt-Bündnis startet am 27. Juni

DZG-Präsident Gerhard Bruder
DZG-Präsident Gerhard Bruder fordert mehr Unterstützung von der Politik für die Hospitality Branche. (Foto: © DZG)
Mehr politische Awareness, das ist das Ziel einer Kampagne der Denkfabrik der Zukunft. Ende dieses Monats beginnt daher die Aktion „Destination D+“. Hierfür haben sich jetzt über 40 Verbände und zahlreiche Unternehmen zusammengeschlossen. 
Freitag, 14.06.2024, 11:25 Uhr, Autor: Christine Hintersdorf

Mit der Fußball-EM wird sich Deutschland wieder als einer der besten Gastgeber der Welt präsentieren. Daran werden auch die 5,8 Millionen Mitarbeitenden und 250 000 Betriebe der Gastwelt einen großen Anteil haben. Und das, obwohl sie laut dem DZG von Politik und Öffentlichkeit nur selten in dieser bedeutenden Rolle wahrgenommen werden.

Bundesweite Awareness-Kampagne

Aus diesem Grund startet die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) zusammen mit einem Bündnis von über 40 Gastwelt-Verbänden am 27. Juni eine bundesweite politische Awareness-Kampagne.

Die Initiative mit dem Namen „Destination D+“ soll zeigen, dass Hotels, Restaurants, Bars, Caterer, Ferienressorts, Freizeitparks, Event-Veranstalter und viele weitere Freizeiteinrichtungen nicht nur unverzichtbare wirtschaftliche Erfolgsfaktoren, sondern auch „Das Herz unserer Gesellschaft“ sind.

Politischer Rückenwind gefordert

Die zentrale Kampagnen-Botschaft: Damit die Gastwelt auch zukünftig diese zentrale Rolle erfüllen kann, benötigt sie politischen Rückenwind. Die Destination Deutschland mit ihren vielen mittelständischen Betrieben braucht verlässliche, stabile und positive Rahmenbedingungen, die den Unternehmen die notwendige Luft zum Atmen lassen.

„Wir wollen also über die enorme gesellschaftspolitische Bedeutung unseres Dienstleistungssektors für die Lebensqualität und das soziale Miteinander in unserem Land sprechen“, erklärt DZG-Präsident Gerhard Bruder. 

Für ihn bringe die Gastwelt Menschen in vielfältiger Art und Weise zusammenbringe. Bruder: „Unsere Gesellschaft dividiert sich seit Covid mehr und mehr auseinander: Einsamkeit, Anonymität, die Menschen sprechen immer weniger miteinander. Daher sind soziale Räume, Orte des Austausches so unglaublich wertvoll und wichtig. Hinzu kommt, dass Hotels, Restaurants, Kantinen, Kneipen und Kinos mittlerweile der letzte verlässliche Anker in den Innenstädten sind“. 

Gastro darf nicht wieder in den Sparfokus geraten

Sowohl die aktuelle Haushaltsdebatte für 2025 als auch öffentliche Aussagen des Bundesrechnungshofes geben unterdessen Anlass zur Sorge, dass die Gastwelt erneut in den Sparfokus geraten könnte. So wies SPD-Chef Lars Klingbeil in dieser Woche auf eine Haushaltslücke von bis zu 50 Milliarden Euro hin und betonte, dass diese nicht allein durch Einsparungen geschlossen werden könne.

DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge warnt daher: „Die Haushaltsrisiken nehmen zu und wir dürfen uns nichts vormachen: Es stehen harte Verhandlungen bevor. Der Bundesrechnungshof hat jüngst eine umfangreiche Reform der Umsatzsteuer gefordert und vorgeschlagen, die ermäßigten Mehrwertsteuersätze radikal zu begrenzen.“

„Es ist wichtig, jetzt die gesellschaftliche, soziale und ökonomische Bedeutung unserer Branche deutlich zu machen, um negative Folgen zu vermeiden“, so der ehemalige Bundestagsabgeordnete. 

Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt für die Kampagne

Hinzu komme, dass derzeit auch die Weichen für die Wahlprogramme der Parteien für die Bundestagswahl 2025 gestellt würden. Politikexperte Klinge: „Wer in den Wahlprogrammen positiven Niederschlag finden möchte, muss genau diese Zeit nutzen und seine Argumente deutlich machen. Das Vorwahljahr ist entscheidend dafür. Auch deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt für eine gemeinsame Awareness-Kampagne.“

In den vergangenen drei Wochen konnte das Gastwelt-Bündnis bereits rund 300.000 Euro sammeln. Klinge: „Wir suchen auf der Zielgerade weitere Unterstützer, um unser Fundraising-Ziel zu erreichen. Es ist wichtig, dass wir jetzt alle gemeinsam an unserer Awareness arbeiten. Sonst wird sich im ‚Worst Case‘ auch niemand für uns in Berlin verkämpfen. Nichts zu tun, ist keine Lösung.“

(DJG/CHHI)

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