DEHOGA

Gastronomie und Hotellerie im Wahlkampf

In diesem Jahr stehen drei Landtagswahlen sowie eine Bundestagswahl an. Auch die Gastronomie und Hotellerie stellt, vertreten durch den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA, ihre politische Agenda vor.

Dienstag, 31.01.2017, 16:08 Uhr, Autor: Markus Jergler
DEHOGA-Präsident Guido Zöllick beim DEHOGA-Branchentag 2016

Antrittsrede des DEHOGA-Präsidenten Guido Zöllick beim DEHOGA-Branchentag 2016 (Foto: © DEHOGA).

Das Saarland, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen wählen 2017 einen neuen Landtag. Im September entscheidet sich zudem, wer für die kommenden vier Jahre Deutschland regiert. Pünktlich zum Start in das Wahljahr 2017 läuten auch Gastronomie und Hotellerie den Wahlkampf ein. Guido Zöllick, Präsident des DEHOGA Bundesverbandes, gab im Rahmen des Nahjahresempfanges beim DEHOGA Hessen in Frankfurt am Main die zentralen Branchenforderungen bekannt. Vor den rund 300 versammelten Gästen stellte er die Reform des lebensfremden Arbeitszeitgesetzes sowie die steuerliche Gleichbehandlung von Essen in Deutschland in den Vordergrund. „Diese beiden Themen sind elementar wichtig, wenn es um die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit gerade der klassischen Gastronomie geht“, so Zöllick.

Die zentralen Forderungen des DEHOGA
Im Fokus steht die Umstellung von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit, so wie es die EU-Arbeitszeitrichtlinie vorsehe. Dadurch könne man Arbeitszeiten individuell und flexibel auf die gesamte Woche verteilen. „Keiner will die Gesamtarbeitszeit verlängern, die Gewerkschaft NGG muss keine Schnappatmung bekommen“, so Zöllick. „Freitag länger arbeiten, dafür Montag kürzer – das nennt sich schlichtweg Flexibilität, die Unternehmer, Mitarbeiter und unsere Gäste im 21. Jahrhundert erwarten.“

Als zweiten zentralen Punkt geht es dem DEHOGA um die steuerliche Gleichbehandlung der Gastronomie, so wie es bereits in 15 von 28 EU-Staaten der Fall sei. In Deutschland habe die Branche mit 19 Prozent Mehrwertsteuer einen Kalkulationsnachteil gegenüber Discountern, Bäckern und Metzgern und das, obwohl diese immer stärker in das gastronomische Geschäft vordringen würden. „Das ist kein fairer Wettbewerb – und das, obwohl die klassische Gastronomie für frische, regionale und gesunde Küche steht und deutlich arbeitsintensiver ist“, kritisierte Zöllick. „Wir erwarten, dass die frisch zubereitete, servierte Suppe in Deutschland steuerlich nicht schlechter gestellt wird als die Tütensuppe aus dem Discounter.“

Eigentlich schade, dass diese Forderung erst jetzt vom DEHOGA aufgegriffen wird, nachdem es bereits im Sommer 2014 eine Petition – ins Leben gerufen von der BUHL Medien Agentur und Verlag GmbH, der BUHL HOGAPAGE.de GmbH und der BUHL Gastronomie-Personal-Service GmbH – gab. Diese schaffte es im Dezember des selben Jahres sogar vor den entsprechenden Bundestagsausschuss zur Anhörung. Charlotte Buhl, geschäftsführende Gesellschafterin der BUHL-Gruppe und Herausgeberin des HOGAPAGE-Magazins sprach damals im deutschen Bundestag, um die „steuerliche Gleichberechtigung“, welche der DEHOGA nun wieder einmal fordert, zu erreichen. Über 80.000 Menschen hatten sich damals der Petition „7 statt 19% auf alle Speisen“ angeschlossen. Wie der Redaktion des HOGAPAGE Magazins zugetragen wurde, hatte der DEHOGA Bundesverband damals jedoch eine Empfehlung an all seine Landesverbände ausgesprochen, die Petition der BUHL Gruppe nicht zu unterstützen. Lediglich der DEHOGA Bayern engagierte sich tatkräftig. Erstaunlich, wie die „Mehrwertsteuergeschichte“ nun für Wahlkampfzwecke erneut vor den Karren gespannt wird, nachdem man bereits vor rund zwei Jahren die große Chance hatte, gemeinsam etwas zu bewegen. (DEHOGA / HOGAPAGE Magazin)

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